Halbzeit bei den schriftlichen Abiturprüfungen – eine Schülerin zieht Bilanz

Aufregung gehört dazu

Entspannt nach den Prüfungen: Carolin Horber aus Obersuhl hat das schriftliche Abitur hinter sich gebracht. Foto: Eisenberg

Bad Hersfeld. Carolin Horber kann wieder lachen. Die 19-Jährige Schülerin der Modellschule Obersberg hat ihre schriftlichen Prüfungen hinter sich gebracht. Eine kleine Verschnaufpause auf dem Weg zum Abitur.

Vielen ihrer Mitschüler steht die finale Prüfung noch bevor. Bei den Abiturprüfungen ist gewissermaßen Halbzeitpause: Seit gut einer Woche brüten die Prüflinge im ganzen Bundesland über ihren Klausuren, die schriftlichen Prüfungen dauern, abhängig vom Fach, noch bis kommenden Freitag. Für eine eventuelle Nachprüfung muss manch einer im April noch einmal ran.

Nach ihren drei Prüfungstagen hat Carolin Horber ein relativ gutes Gefühl. Besonders in ihren Leistungskursen Englisch und Musik. „In Englisch habe ich schnell gewusst, welchen Prüfungsvorschlag ich nehme“, erzählt die 19-Jährige. Auch die Aufgabenstellung in Musik sei „relativ fair“ gewesen. „Und Mathe – Na ja Mathe eben“. Carolin rollt mit den Augen und lacht. Vor dieser Prüfung habe sie die meiste Angst gehabt. „Aber ich habe versucht, das beste daraus zu machen“. Nicht nur inhaltlich hat sich Carolin Horber vorbereitet, sondern auch auf die Prüfungssituation selbst. In einem Seminar mit dem Titel „Ist doch nur Abi – gelassener in die Prüfungen“, hatte sie gemeinsam mit anderen Obersbergschülern von Sozialpädagogin Alexandra Lauer und Englischlehrerin Heidi Heil-Trebing vieles zur richtigen Prüfungsvorbereitung erfahren. „Das hat mir viel gebracht. Vorher war ich der Typ, der ständig gelernt hat“, erzählt die 19-Jährige. In der Abiturvorbereitung habe sie gemerkt, dass es wichtig sei, sich zwischen den Lernphasen immer wieder kleine Auszeiten zu nehmen und auch mal „Mut zur Lücke“ zu zu haben.

Eine Stütze seien auch die Lerngruppen mit Mitschülern und der Zuspruch der Lehrer gewesen. „Es ist beruhigend zu wissen, dass man nicht alleine in dieser Situation ist“, berichtet Carolin Horber. Auch wenn den Schülern vermittelt worden war entspannt und selbstbewusst in die Prüfung zu gehen: „Unmittelbar vorher war ich schon aufgeregt und hatte ein wenig Angst“, erzählt die 19-Jährige Obersuhlerin. „Das geht wahrscheinlich jedem so“. Eine gewisse Unsicherheit bleibt auch nach den schriftlichen Prüfungen. Denn die Noten werden erst im Mai bekanntgegeben. Auch wenn es aufgrund ihrer bisherigen Leistungen eigentlich kaum Gründe gebe, sich Gedanken zu machen, sagt Carolin Horber.

Nach einer kurzen Verschnaufpause ist schon bald wieder Lernen angesagt – für die mündlichen Abiturprüfungen. Auch danach wird Carolin Horber der Schule wohl nicht für immer den Rücken kehren. Ihre Pläne für die Zeit nach dem Abi: Ein Lehramtsstudium in den Fächern Deutsch und Musik.

Von Jan-Christoph Eisenberg

Kommentare