Wie die HZ-Reporter von der Geistalschule die Projekttage auf Point Alpha und die Übernachtung im ehemaligen US-Camp erlebten

Aufregende Nacht zwischen Fronten

Ein heißer Ort im kalten Krieg: Point Alpha

RasDorf. Die amerikanische Flagge flattert noch über dem verlassenen US-Camp. Der alte Aussichtsturm der Amerikaner und der Beobachtungsposten der DDR stehen sich unmittelbar gegenüber. Dazwischen die Grenzzäune und die früheren Minenfelder.

Point Alpha, die heutige Gedenkstätte, ist immer noch ein sehr geschichtsträchtiger und spannender Ort. Früher standen sich hier, am westlichsten Punkt der Grenze, am sogenannten Fulda Gap, die Sowjetunion und die Amerikaner gegenüber. Sie waren nur durch einen 500 Meter Schutzstreifen, auch Todesstreifen genannt, getrennt.

Der Name „Todesstreifen“ kam daher, dass nicht nur ein Minenfeld und ein hoher Stacheldrahtzaun zwischen den Flüchtlingen und der Freiheit im Westen lagen. Denn auch auf Menschen abgerichtete Hunde und selbstauslösende Maschinengewehre machten einen Fluchtversuch unmöglich. Wenn der Dritte Weltkrieg ausgebrochen wäre, dann wäre es wohl an diesem Punkt geschehen. Denn hier konnten die Panzer der Ostblock-Staaten am besten in den Westen gelangen. Daher die große Bedeutung von Point Alpha. Damit sofort auf einen feindlichen Angriff reagiert werden kann, wurde an diesem Punkt ein Panzeraufklärungsregiment mit etwa 80 Soldaten errichtet.

Schlafen neben Panzern

Auch amerikanische Soldaten aus Bad Hersfeld wurden auf Point Alpha stationiert. Bevor das US-Camp errichtet wurde, gruben die Soldaten sich sogenannte „Fuchshöhlen“ (Foxholes), in denen sie sich verschanzten. Später wurde das Militärlager befestigt. Dann hatten zwei Soldaten jeweils eine Stube mit Stockbett, Tisch und Kleiderschrank zur Verfügung.

Heutzutage befindet sich im US-Camp eine Ausstellung über die Grenzzeit. Außerdem finden hier regelmäßig Veranstaltungen statt und Schulklassen können in den früheren Zimmern der Soldaten übernachten. Das haben auch wir, die Klasse G10a, gemacht. Wir haben in den Zimmern übernachtet und konnten bei Führungen und Zeitzeugengesprächen viele interessante Informationen sammeln.

Durch den Stacheldrahtzaun, der das Camp abgrenzt, und die vielen militärischen Fahrzeuge, die sich auf dem Gelände befinden, wurde es zu einer aufregenden Nacht. Hoffentlich wird diese Gedenkstätte auch noch weiterhin erhalten und die amerikanische Flagge weiterhin über dem US-Camp flattern.

Von Fabian Freund, Dennis Kurz und Tim Rudolph

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