Neue Bio-Landwirte stehen bei Molkereien auf Wartelisten

Aufnahmestopp für Ökomilch-Lieferanten

Hersfeld-Rotenburg. Neue Bio-Landwirte aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg haben derzeit keine Chance, ihre Ökomilch an Molkereien zu liefern. Bei der Upländer Bauernmolkerei in Willingen sowie bei den Milchwerken Oberfranken West, an die die Landwirte liefern, herrscht derzeit ein Aufnahmestopp.

Christian Schulin vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen in Bad Hersfeld berät Landwirte, die ihren Betrieb auf Öko-Landwirtschaft umstellen wollen. „Dabei haben die Landwirte bei den Molkereien angefragt und erfahren, dass derzeit ein Aufnahmestopp für Ökomilch besteht“, sagt Schulin. Die Landwirte möchten durch die Umstellung auf Ökomilch mehr Geld einnehmen. „Sie bekommen für ihre Ökomilch derzeit 42 Cent pro Liter“, sagt Schulin. Das sind elf Cent mehr als der Preis für konventionelle Milch.

Landwirte, die ihren Betrieb komplett auf Öko-Landwirtschaft umgestellt haben, aber durch den Aufnahmestopp noch nicht an Molkereien liefern können, müssen ihre ökologische Milch vorerst weiterhin an konventionelle Molkereien liefern.

„Sie stehen aber auf der Warteliste. Das ist nichts Ungewöhnliches“, sagt Karin Arzt-Steinbrink, Geschäftsführerin der Bauernmolkerei, zu dem Aufnahmestopp. Die Bauernmolkerei müsse erst wieder neue Kapazitäten schaffen, um neue Landwirte, die einen Ökobetrieb betreiben, aufnehmen zu können.

Seit einem Jahr gebe es in Coburg eine Warteliste mit inzwischen 35 Landwirten, die elf Millionen Kilogramm Milch liefern möchten, sagt Martin Menzner von der Erzeugerberatung der Milchwerke Oberfranken West in Coburg. 48 Prozent der Biomilch, die an die Milchwerke gehen, komme von Milchlieferanten aus Hessen. Darunter seien auch Landwirte aus Breitenbach am Herzberg, Oberaula, Homberg und Knüllwald.

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Von Franziska Kiele

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