Hörenswert: Das Abschlusskonzert des Classic Jazz Workshops in Bad Hersfeld

Aufgeregte alte Hasen

Charismatisch: Sänger Willi (Mitte), im Alltag praktischer Arzt, steht schon Jahre auf der Bühne. Rock-and-rollig präsentierte sich die Combo, zu der auch die Hersfelder Tierärztin Antje Fey-Spengler (Zweite von links) gehörte. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. Die Dozenten waren nervöser als die Teilnehmer selbst. Vor dem Abschlusskonzert des 5. Classic Jazz Workshops sah man aufgeregte alte Hasen, gefragte Musiker der deutschen und internationalen Jazz-Szene und ebenso erfahrene Lehrer, die ihr Wissen an Wissbegierige weitergegeben hatten.

65 Jazzbegeisterte aus ganz Deutschland und sogar aus der Schweiz im Alter zwischen 16 und 82 Jahren profitierten vier Tage lang von intensivem Instrumental-, Theorie- und Ensembleunterricht. In den Combos „New Orleans Jazz“, „Swing & Mainstream“, „Blues & Groove“ und „Creole Jazz & Latin“ trafen alte Bühnenhasen auf Neulinge, die noch nie öffentlich als Solisten aufgetreten sind. Zahlreiche Jazz-Fans aus nah und fern und vor allem die Teilnehmer selbst waren neugierig, was die einzelnen Combos erarbeitet haben. Das konnte sich hören lassen.

Die Combo „Blues 1“ mit dem Bad Hersfelder Martin Knauff am Schlagzeug begeisterte mit den Songs „Blue Morning“ und „Blue Monk“. Ebenfalls ein Heimspiel hatte die Tierärztin Antje Fey-Spengler, deren Soli auf dem Tenorsaxophon begeistert beklatscht wurden. Rock-and-rollig präsentierte sie sich mit den Musikern und dem charismatischen Sänger Willi der Combo „Blues 2“.

Mitreißend auch die Darbietung des Vokalensembles unter der Leitung von Ulla Keller, Sängerin, studierte Musikpädagogin, funktionale Stimmtrainerin und ein wahres Energiebündel. „Sing, sing, sing“, eine Komposition des Jazztrompeters Louis Prima, gehörte zu den viel beklatschten A-capella-Stücken.

Das Posaunenquartett „Jericho“ hatte seinen großen Auftritt mit „Stardust“ und offensichtlich besonders viel Spaß mit seinem Dozenten Joe Wulf. Die Freude am gemeinsamen Musizieren unter der Devise „Gleiche Chancen für alle“ kam bei allen, die sich musikalisch im Genre des klassischen Jazz verbessern wollten, nicht zu kurz. Zum grandiosen Abschluss des Konzertes standen die Profis selbst auf der Bühne.

Der von Jan Luley organisierte Classic Jazz Workshop in Kooperation mit der Barrelhouse Jazzband wurde unterstützt von der Musikschule des Landkreises Hersfeld-Rotenburg und dem Buchcafe´.

Von Gudrun Schmidl

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