Protest in Heenes gegen geplante Schnellbahn im Geis- und Rohrbachtal

„Auf die Straße gehen“

Rappelvoll: Das Bürgerhaus in Heenes war am Donnerstagabend restlos gefüllt. Die Interessengemeinschaft informierte über den Sachstand bei der geplanten Schnellbahnstrecke, die einmal durch das Geis- und Rohrbachtal führen soll. Foto: Apel

Heenes. Auch im unteren Geistal regt sich deutlich erkennbar Protest gegen den Bau eines Abzweigs von der Schnellbahnstrecke Fulda-Kassel von Kirchheim/Obergeis aus in Richtung Bebra-Blankenheim (Berliner Kurve), wie er im Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans vorgesehen ist.

Rund 250 Bürger aus Allmershausen, Heenes und Kalkobes waren am Donnerstagabend auf Einladung einer Heeneser Interessengemeinschaft ins vollbesetzte Heeneser Dorfgemeinschaftshaus gekommen, um sich zu informieren und das weitere Vorgehen zu besprechen. Dazu gehört vor allem, wie Friedhelm Johner, Heeneser Neubürger und einer der Initiatoren des Treffens, betonte, dass möglichst viele Betroffene möglichst viele schriftliche Stellungnahmen abgeben, die bis zum 2. Mai, 24 Uhr, beim Bundesverkehrsministerium eingegangen sein müssen. Darüber hinaus soll auch möglichst schnell eine weitere Bürgerinitiative gegründet werden.

Freude über das Interesse

Johner und Mit-Initiator Paul Niewerth zeigten sich hocherfreut über das große Interesse: „Ihr alle seid willkommen und eingeladen mitzumachen, denn wir müssen gut organisiert vorangehen, homogen auftreten und uns mit aller Kraft wehren gegen die Monstertrasse wehren!“ Insbesondere Johner unterstrich, dass von der Ernsthaftigkeit der Planung auszugehen sei: „Wenn das Kabinett den Plan nach Durchführung des Bürgerbeteiligungsverfahrens beschließt, ist die Sache scharf!“ Von daher gelte es, nicht allgemein zu schimpfen, sondern ganz individuell – als Grundstückseigentümer oder als anderweitig in subjektiven Rechten Beeinträchtigter – die eigene Betroffenheit darzulegen und Alternativen aufzuzeigen.

Exzellente Vorarbeit leistete insoweit der dritte Mit-Initiator des Treffens, Michael Wamser. Detailliert führte er aus, dass der Plan für das „Projekt 2-002-V02“ angesichts der „Trockenlegung des ICE-Haltepunkts Bad Hersfeld“ Landesentwicklungs- und Regionalplanung widerspricht, und dass die vorgesehene Trasse durch vorrangige regionale Grünzüge und FFH-Gebiete verlaufen sowie gegen das Avifauna-Konzept des Teilregionalplans Energie, das Schwarzstorch und Rotmilan schützen soll, verstoßen würde. Darüber hinaus würden Wasser- und Denkmalschutz sowie Lebensqualität beeinträchtigt und massive Wertverluste bei Grundstücken in Kauf genommen.

Um „sofort maximalen Druck aufzubauen“, schlugen die Initiatoren die Gründung einer weiteren Bürgerinitiative vor, die sich mit den bereits bestehenden vernetzen soll. So betonte Michael Wamser: „Die Zahl der sich engagierenden Menschen und die Anzahl der Einwendungen manifestiert den Protest!“ Und Neuensteins Bürgermeister Walter Glänzer fügte hinzu: „Wir werden gegen diesen umweltzerstörerischen Unfug auch auf die Straße gehen müssen, sonst nimmt man uns nicht ernst!“

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Von Wilfried Apel

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