Auch das noch: Heringer Bürgermeister schreibt nach Griechenland

Hans Ries watscht Tsipras ab

Heringens Bürgermeister Hans Ries hat sich doch tatsächlich in einem Brief an den griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras gewendet und kritisiert darin dessen Forderungen zum Euro-Schuldenerlass. Und führt dabei seine Stadt als positives Beispiel an.

Über 100 Millionen Euro seien in den vergangenen Jahren in Wasserleitungen, Abwassersysteme und Straßen geflossen – ohne Zuschüsse des Bundes oder gar der EU. Die Heringer seien mit höheren Abgaben belastet worden. 10 000 bis 20 000 Euro seien keine Seltenheit gewesen. Und in Griechenland: „Dem Grunde nach fordert Ihre Regierung nichts anderes, als dass zum Beispiel die Arbeitnehmer unseres Landes mit ihren hohen Steuern und Abgaben nun auch das fehlende kollektive Vermögen Griechenlands finanzieren sollen.“

Vielleicht sei es an der Zeit, dass die griechische Regierung den begüterteren Bürgern des eigenen Landes zunächst im Verhältnis zum Einkommen und Vermögen Gleiches zumutet, wie wir unseren Bürgern. „Wir sehen sehr wohl, wie schlecht es vielen Menschen in Griechenland geht und das ist zutiefst bedauernswert, gerade weil es mit einem fortschrittlichen und gerechten Steuersystem problemlos zu ändern wäre.“

Besonders störend sei die Tatsache, dass eine Regierung der Linken in Griechenland sich offenbar weigere, die Vermögenden im eigenen Land angemessen zu besteuern und zu belasten und stattdessen mit einer rechtspopulistischen Partei paktiere und offensichtlich gegen die Masse der Menschen in Griechenland agiere. Und noch etwas: Angela Merkel, deren Politik Ries nicht nahestehe, als Faschistin darzustellen, sei wirklich furchtbar.

„Diesbezüglich sollten Sie einmal genau analysieren, was gerade in Griechenland passiert und mit wem Sie selbst paktieren. Wer demnach Sozialist nur für die eigene Nation sein will, der sollte das schreckliche Bärtchen nicht Frau Merkel ankleben, sondern in den eigenen Reihen nach passenden Kandidaten suchen.“ (rey)

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