Zahl der Beschäftigten über 65 Jahren steigt

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg arbeiten immer mehr Senioren weiter

Hersfeld-Rotenburg. Immer mehr Menschen arbeiten auch im hohen Alter noch. Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über 65 Jahren und die der Minijobber kontinuierlich.

Bundesweit hat sich die Zahl der Minijobber über 65 Jahren von 2003 auf 2013 um 270.000 erhöht. Für Karl Wessely, den Vorsitzenden des Sozialverbands VdK, Kreisverband Rotenburg, ist das ein Zeichen von zunehmender Altersarmut. „Die Wenigsten arbeiten in hohem Alter, um etwas zu tun zu haben“, meint Wessely. Diese Erfahrung mache er fast täglich bei seinen Beratungen.

Ellen Schütrumpf, Vorsitzende des VdK-Kreisverbands Hersfeld, sieht das Problem vor allem in der Zukunft. „Diese Zahlen werden in den kommenden zehn, 20 Jahren zunehmen. Der Höhepunkt ist noch nicht erreicht“, sagt ihr Stellvertreter Erwin Lippert.

Vielfältige Gründe für die Erwerbstätigkeit von Rentenbeziehern sieht Frank Kamolz, Bereichsleiter bei der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. „Der demografische Wandel führt dazu, dass ältere, erfahrene Arbeitnehmer gebraucht werden“, so Kamolz. Neben dem Hinzuverdienst zur Rente könnten zudem eine bessere Vitalität und die gestiegene Lebenserwartung sowie der Wunsch, weiter dazuzugehören, Gründe fürs Arbeiten im Alter sein.

Zum Stichtag 31. Dezember gingen im Jahr 2010 noch 152 Menschen im Alter von 65 bis 74 Jahren einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach, 15 Beschäftigte waren sogar älter als 74 Jahre. 2013 zählte die Arbeitsagentur 236 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte über 65 Jahren und 14 über 74 Jahre. Einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob) gingen im Dezember 2010 891 über 65-Jährige nach, 2013 waren es 1050. Die Zahl der über 74-Jährigen stieg im selben Zeitraum von 156 auf 194 Personen.

Von Nadine Maaz

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