DDR hatte in Nordhessen ein Netz von Informanten

Auch in Hersfeld saß ein Stasi-Spitzel

Bad Hersfeld. Auch in Bad Hersfeld saß vor der Wende ein Spitzel, der mit seinen Informationen für das Amt für Staatssicherheit in der DDR arbeitete. Dies ergibt sich aus einem Bericht in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“.

Das Magazin wiederum beruft sich auf eine neue Veröffentlichung der Stasi-Unterlagen-Behörde in Berlin. Das Handbuch „Hauptverwaltung A – Aufgaben, Strukturen, Quellen“ von Helmut Müller-Enberg erlaube „neue Einblicke in die Stasi-Arbeit in der alten Bundesrepubik“, heißt es im „Spiegel“.

Die dem Artikel beigestellte Tabelle der Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) und Kontaktpersonen der Stasi listet neben dem Hersfelder Informanten für unsere Region drei Spitzel in Eschwege auf, vier in Fulda, je einen in Witzenhausen und Frankenberg, aber gleich 16 in Kassel. Frankfurt war mit 59 Spitzeln die hessische Stasi-Hochburg, doch das ist alles kein Vergleich zu West-Berlin, wo die Stasi sage und schreibe 542 Zuträger beschäftigte.

Der „Spiegel“ bezeichnet die durch die Buchveröffentlichung angestoßenenen neuen Enthüllungen als „vergessenes Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte“. Denn die westdeutschen Bürger hätten jahrelang geglaubt, das Stasi-Trauma gehe sie nichts an. Erstmals werde nun deutlich, wie gezielt und flächendeckend der Ost-Berliner Geheimdienst Politik und Gesellschaft im Westen ins Visier genommen hatte. ((ks)

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