Für das Baufenster  gibt es vor der Stadtverordnetenversammlung eine neue Idee

Schilde-Park: Auch Doppel-Lösung ist möglich

Neues Angebot für den Schilde-Park Ost: Bei einer Verdoppelung des Baufensters könnten sowohl das Therapiezentrum (Bildmitte) als auch ein Bürogebäude (rechts daneben) entstehen, ohne dem Park seinen Charakter zu nehmen. Visualisierung: Architekturbüro Dorbritz unter Verwendung eines Entwurfs von rebo consult 

Bad Hersfeld. Was bisher nur eine wolkige Ankündigung war, das wird einen Tag vor der Sitzung der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung ein konkretes Angebot: Um das sogenannte Baufenster im Schilde-Park bewirbt sich jetzt auch ein örtlicher Investor mit einem Bürogebäude, in dem 150 Arbeitsplätze eingerichtet würden.

Dieser Vorschlag, der im Auftrag eines bislang ungenannten Unternehmens unterbreitet wird, konkurriert mit dem Projekt eines Therapie- und Ärztezentrums, das von einer ebenfalls örtlichen Investorengruppe geplant wird. Für dieses Vorhaben sollen die Stadtparlamentarier morgen eigentlich grünes Licht geben, indem sie dem Verkauf des 1600 Quadratmeter großen Grundstücks zustimmen (Stadthalle, Beginn 18 Uhr).

Architekt Frank Dorbritz, der das jetzt neu ins Spiel gebrachte Bürogebäude für die Firma isb als Bauträger entworfen hat, macht jedoch noch einen weitergehenden Vorschlag für eine Doppel-Lösung. Städtebaulich seien Therapiezentrum und Bürohaus ohne weiteres auch nebeneinander als Ensemble vorstellbar, ohne dass der Park zu viel Fläche verlieren würde.

Im Gegenteil: Planerisch hält Dorbritz einen optischen Abschluss der Freifläche zum Seilerweg hin für geboten, weil die dahinter liegende Bebauung hoch und ungeordnet ist. Der Blick auf die katholische Kirche und die angrenzenden Gebäude bliebe hingegen frei.

Voraussetzung für die Doppel-Lösung wäre allerdings ein Beschluss der Stadtverordneten, das bislang auf 1200 Quadratmeter begrenzte Baufenster zu verdoppeln. Auch die in den Ausschusssitzungen der vergangenen Woche bereits thematisierte Verschiebung des Baufensters in Richtung Westen, um einen Anschluss an die bereits bestehende Bebauung herzustellen, müsste erst noch politisch in die Wege geleitet werden.

Die Idee einer Doppel-Lösung würde die Stadtparlamentarier jetzt nicht in unmittelbaren Zugzwang bringen: Sie könnten eine Entscheidung für das Therapiezentrum treffen und sich im nächsten Sitzungszug mit der Dorbritz-Variante beschäftigen. Allerdings besteht auch hier gewisser Zeitdruck, denn der Auftraggeber will die Büros 2017 beziehen.

Von weiteren Bewerbern für das Baufenster war zuletzt nicht mehr die Rede. Die Firma isb verfolgt den Vorschlag eines Campus-Hauses angesichts des Büro-Projekts nicht weiter, und ein anderer Projektentwickler hatte es bei der Beschwerde über das seiner Ansicht nach unfaire Vorgehen der Stadt belassen.

Von Karl Schönholtz

 

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