Globalisierungsgegner kritisieren Online-Trend

Attac nutzt Amazon zur Rundum-Kritik

Bad Hersfeld. Die globalisierungskritische Organisation Attac hat die Diskussion um das Internetkaufhaus Amazon zu einer grundsätzlichen Kritik an den Verhältnissen auf dem internationalen Arbeitsmarkt genutzt. Arbeitslosigkeit sei kein Naturereignis, sondern das Resultat des aggressiver werdenden weltweiten Konkurrenzkampfes um Wachstum.

Die Gewöhnung an Billigarbeiter, die Zunahme an Arbeitslosen, Wanderarbeitern, prekär Beschäftigten, „Aufstockern“, die Zurückdrängung der Gewerkschaften sowie das immer weiterere Auseinanderklaffen der Schere zwischen Armen und Reichen sei von Menschen gemacht, heißt es in einer Mitteilung der Hersfelder Ortsgruppe von Attac. Kritik üben die Globalisierungsgegener aber auch an dem zunehmenden Trend der Verbraucher zum Online-Einkaufen, der letztlich auch kleinere Geschäfte wie Buchläden in den Innenstädten zur Aufgabe zwinge.

„Menschen verlieren ihre Arbeit, weil global agierende Konzerne mit Preisen, die auch über Lohndumping zustande kommen, durch einen Verdrängungswettbewerb den Markt beherrschen und so kleinere Wettbewerber ausschalten“, schreibt Attac-Mitglied Hartmut Futterlieb. Er meint, es lohne sich deshalb, nicht bei Amazon einzukaufen, um dadurch die lokalen Geschäfte, aber auch alternative Wirtschaftsformen zu stärken. (kai)

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