Laufzeitverlängerung beeinträchtigt kommunale Versorger nicht

Atomstrom: Stadtwerke erwarten Preissenkung

Hersfeld-Rotenburg. Die geplante Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke (AKW) wird auf die lokalen Stromversorger im Landkreis keine negativen Auswirkungen haben. Das erklärten ihre Vertreter auf Anfrage unserer Zeitung.

„Wir sind ein relativ kleiner Stromerzeuger“, sagt der Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Hersfeld, Peter Sobisch. Nur zwei bis drei Prozent des Stadtwerke-Stroms würden in eigenen Anlagen erzeugt, worauf die Laufzeitverlängerung der AKWs keinen Einfluss habe. Strom könnte allerdings noch günstiger werden als bisher. „Wir wollen so wenig Atomstrom wie möglich verwenden, aber wegen des harten Konkurrenzkampfs und der niedrigen Strompreise kommen wir derzeit nicht um ihn herum“, sagte Sobisch.

Das bestätigt auch Bürgermeister Jürgen Grau aus Wildeck, wo die Gemeindewerke den Ortsteil Obersuhl versorgen. Er befürwortet längere Laufzeiten der AKWs bei erhöhten Sicherheitsstandards. Grundsätzlich müsse in erneuerbare Energien investiert werden, aber das bedeute auch teureren Strom für die Verbraucher. Die Gemeindewerke kaufen ihren Bedarf an der Strombörse in Leipzig, und spekulieren jetzt darauf, dass der Strompreis weiter sinken wird.

Die Stadtwerke Bebra setzen auf langfristige Lieferverträge. Auch sie sind zu klein, um betroffen zu sein. „Wir werden deshalb Investitionen in erneuerbare Energien nicht überdenken“, sagte Geschäftsführer Herbert Höttl. Die Stadtwerke würden Privatpersonen weiter beim Aufbau einer eigenen Photovoltaikanlage betreuen.

Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke ärgert sich, „dass die Politik vor den Lobbyisten eingebrochen ist.“ Seine Gemeinde setzt mit einem Kompetenzzentrum ganz auf die Eigenversorgung mit erneuerbaren Energien. Daran werde sich auch nichts ändern, so Lüdtke.

Hintergrund/Zum Tage

Von Marcus Janz

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