Im Stadtteil Asbach soll eine neuartige Geschwindigkeitskontrolle erprobt werden

In Asbach geht's mit Hightech gegen Raser

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Bad hersfeld. „Section Control“ heißt das neuartige System zur Geschwindigkeitsüberwachung des fließenden Verkehrs, das demnächst im Bad Hersfelder Stadtteil erprobt werden soll. Gewollter Nebeneffekt: Wenn langsamer gefahren wird, sinkt auch die Lärmbelastung für die Anwohner.

Natürlich steht die Neuentwicklung der Wiesbadener Firma Vitronic im Zusammenhang mit der digitalisierten „Smart City“, die Bürgermeister Thomas Fehling bei jeder sich bietenden Gelegenheit propagiert. Am Mittwoch befasste sich der Stadtverordneten-Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt mit der Thematik.

„Section Control“ besteht aus zwei Hightech-Säulen, die auf der B 62 am Ortsein- und   -ausgang alle Verkehrsteilnehmer per Infrarot-Blitz erfassen und das durchschnittliche Tempo beim Durchfahren von Asbach ermitteln. Liegt der Wert am Ende über der erlaubten Geschwindigkeit, kommt alsbald ein Strafzettel ins Haus geflattert.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Blitzanlagen hat das neue System den Vorteil, dass es die gesamte Ortsdurchfahrt abdeckt und nicht auf einen Punkt beschränkt ist, an dem die Verkehrsteilnehmer kurzzeitig abbremsen, um danach wieder beschleunigen.

Weil Asbach dem Anbieter der Anlage als Testfeld dienen soll, um nicht zuletzt datenschutzrechtliche Fragen so zu klären, dass eine allgemeine Genehmigung erfolgen kann, darf die Stadt Bad Hersfeld darauf vertrauen, nicht den Listenpreis für die Säulen bezahlen zu müssen. Der liegt bei rund 63 000 Euro pro Blitzeinheit.

Während die Ausschussmitglieder mehrheitlich für den Text stimmten, tat sich der Asbacher Ortsbeirat mit einer Entscheidung schwer. Ortsvorsteher Uwe Seitz hieß das Vorhaben zwar grundsätzlich gut, wollte aber einem Stimmungsbild der Einwohner nicht vorgreifen. Bisher waren die Asbacher nach ihrer Meinung allerdings nicht gefragt worden.

Nachdem sich der Beirat vor der Tür besprochen hatte, verkündete Seitz ein mehrheitliches Ja. Das genügte jedoch nicht der Form. Weil der Urheber der einzigen Nein-Stimme aber zwischenzeitlich nach Hause gegangen war, muss die Abstimmung des Ortsbeirats nun vor der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am nächsten Donnerstag wiederholt werden.

Der etwas ungeordnete Verlauf änderte jedoch nichts daran, dass in Asbach Handlungsbedarf besteht: die Vertreter von Vitronic haben bei ihren Untersuchungen des Nachts Pkw gemessen, die mit 113 km/h durch den Ort gerast sind, sowie Transporter und Lkw, die immerhin noch 108 km/h schnell waren. Erlaubt sind 50 km/h.

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