Zoll und WWF klären mit sichergestellten Exponaten über die Artenvielfalt auf

Artenschutz zum Anfassen

Sie packt ihren Koffer: WWF-Bildungsreferentin Margret Mennenga stellt die „Koffer voller Artenvielfalt“ mit sichergestellten Exponaten vom Hauptzollamt Gießen zusammen. (mcj) Foto: Janz

Bad Hersfeld. Eine tote Koralle hier, ein getrocknetes Seepferdchen da. Dazu noch etwas Bärengalle und Tigerpflaster, ein Portmonnaie aus Krokodilleder und Schuhe aus Schlangenhaut. Es ist ein Panoptikum des Artenschutzes, den Margret Mennenga in einen Koffer packt. Damit soll an Schulen Aufklärungsarbeit in Sachen Artenschutz betrieben werden. Die Exponate hat die WWF-Bildungsreferentin vom Hauptzollamt Gießen.

Wann immer Reisende bei der Heimkehr am Flughafen mit Urlaubssouvenirs erwischt werden, die unter das Artenschutzabkommen fallen, wandert die Ware nach Bad Hersfeld. Die Zoll-Außenstelle ist für die Verwertung beschlagnahmter Ware zuständig.

Diesmal werden sie nicht vernichtet. Elfenbeinschmuck und in Alkohol eingelegte Kobras sind gut geeignet, um in Schulklassen für den Artenschutz zu werben. Die Naturschutzorganisation WWF stellt zunächst sechs „Koffer voller Artenvielfalt“ zusammen, die sich hessische Schulen ab Januar 2011 ausleihen können. Bis Ende nächsten Jahres sollen 56 Koffer bundesweit zur Verfügung stehen.

„Kinder sind von diesen Exponaten völlig fasziniert“, sagt WWF-Referentin Mennenga. Der Hersfelder Zöllner Rolf Richter pflichtet ihr bei: „Wenn wir Schulen besuchen, sind Biologielehrer immer neidisch auf die spektakulären Stücke.“ Die Aufklärungsarbeit zeigt Erfolge: Schon öfter hat der Zöllner gehört, dass Kinder ihren Eltern manch artengeschütztes Urlaubsandenken ausreden. (mcj)

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