Arbeitslosenquote im Dezember sank auf 6,3 Prozent – Im Jahresdurchschnitt mehr Menschen ohne Arbeit

Arbeitsmarkt trotzt der Krise

Hersfeld-Rotenburg. Nach rund einem Jahr Wirtschaftskrise zeigt sich der Arbeitsmarkt verhältnismäßig robust. „Die pessimistischen Jahresprognosen sind glücklicherweise nicht eingetreten. Die Arbeitslosenzahl ist nicht in dem Maße gestiegen wie erwartet“, erklärt Matthias Oppel, Leiter der Bad Hersfelder Arbeitsagentur. Maßgeblich beteiligt an dieser Entwicklung sei die Kurzarbeit, die immer noch stark beschäftigungssichernd wirke. Ebenso sei die Zahl der Menschen in Qualifizierungsmaßnahmen höher als im Vorjahr, stellte Oppel fest.

Im Dezember ist die Zahl der Arbeitslosen entgegen dem sonst üblichen Trend sogar gesunken. Zum Stichtag waren im Landkreis Hersfeld-Rotenburg 3827 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 306 Arbeitslose weniger als noch im November. Erstmals wurde 2009 auch der Vorjahreswert unterschritten.

Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 6,3 Prozent. „Auch im Dezember konnte die Krise den regionalen Arbeitsmarkt nicht erschüttern.“

Überwiegend Männer

Auswirkungen der Wirtschaftskrise seien jedoch im Vergleich der Jahreszahlen zu erkennen. Im Jahresdurchschnitt 2009 waren im Landkreis Hersfeld-Rotenburg 4452 Menschen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent. Im Jahr 2008 lag die Arbeitslosenquote bei durchschnittlich 6,6 Prozent oder 4072 arbeitslosen Personen. Die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen ist somit im Vergleich zum Vorjahr um 380 Personen angestiegen. Davon sind überwiegend Männer betroffen.

Die Jugendarbeitslosigkeit sank im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,2 Prozent. 362 Jüngere unter 25 Jahren waren arbeitslos gemeldet, das waren 101 Personen weniger als noch im November. Allerdings hat die Krise auch bei dieser Personengruppe Spuren hinterlassen. Im Jahresdurchschnitt waren 543 junge Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 10,4 Prozent mehr als im Jahr 2008.

„Die Kurzarbeit hat sich als arbeitsmarktpolitisches Instrument in der Krise sehr bewährt“, erklärt Matthias Oppel. „Sie ist nicht teurer als die Arbeitslosigkeit, hält aber die Menschen an ihren Arbeitsstellen und garantiert den Firmen, im Aufschwung über genügend qualifiziertes Personal zu verfügen.“

Im Dezember zeigten im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld (Landkreis Hersfeld-Rotenburg und Altkreis Eschwege) 19 Betriebe für 292 Arbeitnehmer Kurzarbeit an.

Etwas enttäuscht ist der Agenturleiter, dass nur wenige Firmen und Mitarbeiter die Zeiten der Kurzarbeit konstruktiv für Weiterbildung nutzten: Lediglich 500 Qualifizierungen seien 2009 angemeldet worden.

Zuversichtlich blickt Matthias Oppel auf das neue Jahr. Der allgemein prognostizierte Einbruch bei den Arbeitsplätzen werde hier wohl nicht stattfinden, sagt er. Die meisten Firmen seien stabil. (zac)

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