Konjunktur trübt sich ein – Betroffenheit nach Messerangriff in Neuss

Dem Arbeitsmarkt geht der Dampf aus

HERSFELD-ROTENBURG. Passend zum Herbstbeginn sind auch über dem Arbeitsmarkt im Kreis dunkle Wolken aufgezogen. Zwar ist die Arbeitslosigkeit, wie stets nach den Sommerferien, um 4,4 Prozent (141 Personen) gesunken. Im Vergleich zum September im vergangenen Jahr aber ist die Arbeitslosenquote um 10,6 Prozent (297 Personen) angestiegen.

Derzeit sind 3096 Menschen ohne Job, das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5 Prozent. Im September 2011 waren es noch 4,5 Prozent.

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„Wir haben zwar keine Rezession, aber wir merken, dass wir nicht mehr mit soviel Dampf unterwegs sind wie im vergangenen Jahr, sagte Waldemar Dombrowski, Chef der Hersfelder Arbeitsagentur. Trotzdem stehe der Kreis immer noch etwas besser da als der Hessen-Durchschnitt.

Mit Blick auf Weihnachten rechnet die Agentur für Arbeit wieder mit einer Belebung des Arbeitsmarktes – nicht zuletzt durch große Saison-Arbeitgeber wie Amazon, die auch in diesem Jahr bis zu 4000 Mitarbeiter für das Weihnachtsgeschäft suchen. Dazu werden auch diesmal wieder Arbeitskräfte in ganz Deutschland und Europa, so auch speziell in Spanien angeworben, berichtet Gerhard Rauch, der stellvertrende Leiter der Agentur.

Trotz Konjunktureintrübung herrsche aber in vielen Branchen noch Fachkräftemangel. Auch auf dem Ausbildungsmarkt ist die Lage gut. „Es werden am Ende mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als unversorgte Jugendliche übrig bleiben“, erwartet Dombrowski.

Überschattet wurde die Pressekonferenz von dem Tod einer Arbeitsagentur-Mitarbeiterin in Neuss, die vorgestern erstochen worden war. Dombrowski sprach von einem „hoch-tragischen“ Vorfall, der auch die Kollegen vor Ort verunsichere und berühre. Gleichwohl sei die Lage in den Beratungscentern im Kreis im Vergleich zu Ballungsräumen „relativ ruhig“, sagte Ruch.

Von Kai A. Struthoff

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