Opern-Veranstalter reagiert auf Festspiel-Konzept

Arbeitskreis will selbstständig bleiben

Alf Rothe

Bad Hersfeld. Nach dem Willen ihres Veranstalters Arbeitskreis für Musik (AfM) soll die „Oper in der Stiftsruine“ auch künftig selbstständig bleiben. Das erklärte AfM-Vorsitzender Alf Rothe gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Eine engere Zusammenarbeit mit der Stadt könne man sich durchaus vorstellen, aber die von Bürgermeister Thomas Fehling in dessen Zukunftskonzept vorgesehene Aufnahme der Oper in das Programm der Festspiele mache den AfM überflüssig, erklärte der Vorsitzende.

Keine konkreten Gespräche

Konkrete Gespräche über dessen Konzept habe es mit Fehling nicht gegeben, sagte Rothe. Im vergangenen Sommer habe sich der Bürgermeister lediglich bei ihm nach den Vorstellungen des AfM für die nächsten Jahre erkundigt.

Derzeit regelt noch ein Vertrag das Nebeneinander von Festspielen und Oper, in dem bis zum Jahr 2015 auch die Nutzung der landeseigenen Spielstätte der Stiftsruine festgelegt ist. Diese Vereinbarung würde Fehling gerne um ein Jahr verlängern, um dann 2017 den Neustart vollziehen zu können. Dann ist nämlich auch der Vertrag mit Festspielintendant Holk Freytag ausgelaufen.

Vorausplanung

Auch die künftige Finanzierung der Festspiele ist Bestandteil von Fehlings Überlegungen. Dabei geht es ihm nicht nur um Mehreinnahmen durch Sponsoren, besseres Marketing und neue Zielgruppen, sondern auch um die zeitlichen Differenzen zwischen Festspiel-Planung und Verabschiedung des städtischen Haushalts. Derzeit muss die Intendanz nämlich schon Geld ausgeben, das das Parlament noch gar nicht bewilligt hat.

Fehling will nun eine Vorausplanung installieren, die schon ins darauffolgende Jahr greift. So würde beispielsweise im Herbst 2015 der Spielplan für 2017 vorgestellt und ein entsprechender Wirtschaftsplan erstellt. Dieser würde dann in den Haushalt 2016 einkalkuliert, so dass Ende des Jahres, wenn Regisseure und Darsteller für 2017 verpflichtet werden, Geld zur Verfügung steht.

Nach Fehlings Vorstellungen könnten Überschüsse im Festspiel-Etat ins nächste Jahr übertragen werden, andererseits würden Defizite das Budget des Folgejahres belasten.

Von Karl Schönholtz

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