Handwerker gratulieren 21 Jungmeistern – Sebastian Schäfer ist Lehrgangsbester

Arbeit und Verantwortung

Nicht nur die Treppe zum Kreistagssitzungssaal haben die Handwerker erklommen, sondern mit ihrem Meistertitel auch ein Stück der Karriereleiter. 13 Jungmeistern wurden beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft ihre Meisterbriefe überreicht. Fotos: Maaz

Hersfeld-Rotenburg. Als „Elite des Handwerks“ bezeichnete Heinrich Gringel, Präsident der Handwerkskammer Kassel, die frischgebackenen Jungmeister, die beim traditionellen Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg ihre Meisterbriefe erhielten.

„Sie sind bereit, mehr Arbeit und mehr Verantwortung zu übernehmen als andere“, sagte Gringel weiter, der die gerahmten Urkunden gemeinsam mit Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker überreichte. Und das zahle sich natürlich mit „etwas mehr in der Kippe“ aus. Glückwünsche gab es auch von der Ersten Kreisbeigeordneten Elke Künholz als Vertreterin des Kreises.

Insgesamt 21 neuen Jungmeistern galten die Glückwünsche, 13 nahmen ihre Meisterbriefe persönlich entgegen. „Leider sind einige im Urlaub, sie mussten sich wohl vom Prüfungsstress erholen“, sagte Stöcker schmunzelnd. „Trotz aller Diskussionen um den Meisterbrief und die Handwerksordnung haben Sie sich entschlossen, diese Prüfung abzulegen, weil Sie dies für sinnvoll und nützlich halten. Ich glaube, Sie haben den richtigen Weg gewählt.“

Als Lehrgangsbester wurde Fleischermeister Sebastian Schäfer mit einem Notendurchschnitt von 1,8 ausgezeichnet. Der 25-Jährige absolvierte nach einem Jahr in Fulda seine Ausbildung im väterlichen Betrieb, der Fleischerei Klaus Schäfer in Niederaula. Dabei wollte er gar nicht unbedingt Fleischer werden. Nach dem Praktikum in einer Schreinerei fing er als 14-Jähriger allerdings doch an, im Familienbetrieb mitzuarbeiten, um ein bisschen Geld zu verdienen. „Und dann kam ich nicht mehr davon weg.“

In der Ausbildung hatte Schäfer einen großen Vorsprung. Nach der Gesellenprüfung wurde er Vize-Hessenmeister der besten Fleischergesellen und Kammersieger im Bezirk Kassel, was ihm eine Begabtenförderung für den Meisterlehrgang bescherte. Ganz besonders bedanken möchte er sich auch bei seinem Großvater, der ihm Geld für den Lehrgang vorstreckte.

Zerlegen, sortieren, produzieren, verkaufen, all das gehört zu Schäfers Arbeitsalltag. „Besonders viel Spaß macht es, die eigenen Produkte auch zu verkaufen.“ Der Meistertitel war für Schäfer selbstverständlich: „Ein ordentlicher Betrieb braucht einen Meister.“ Bald will er die väterliche Fleischerei übernehmen, die auch einen Cateringservice anbietet: „Nur Wurscht funktioniert heute nicht mehr.“

Von Nadine Maaz

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