Landtagsabgeordnete Kordula Schulz-Asche informierte sich über Beratungsstelle Dialog

Arbeit mit den Tätern

Die grüne Landtagsabgeordnete Kordula Schulz-Asche informierte sich drei Tage lang im Landkreis Hersfeld-Rotenburg über soziale Projekte, wie die Beratungsstelle Dialog, und über den Umwelt- und Klimaschutz. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Mit den Tätern zu arbeiten ist – neben Schutz und Hilfe für die Opfer von häuslicher Gewalt – so offenkundig sinnvoll, dass auch Kordula Schulz-Asche, Landesvorsitzende der Grünen in Hessen und sozialpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, sich fragt, warum das nicht schon viel früher passiert ist. In Bad Hersfeld besuchte sie jetzt auf ihrer Sommerreise die Beratungsstelle Dialog für Männer, die Gewalt gegen ihre Frauen und Kinder ausüben.

Diese Beratungsstelle wurde im November 2009 von der Brücke eingerichtet – auf vielfachen Wunsch unter anderem von Polizei, Staatsanwaltschaft oder dem Verein Frauen helfen Frauen, der das Frauenhaus betreibt, das sich um die Opfer häuslicher Gewalt kümmert.

Eine gesicherte Finanzierung für diese Arbeit gibt es, so erläutert Erwin Binkofski, Geschäftsführer der Brücke, jedoch nicht. Landkreis und paritätischer Wohlfahrtsverband unterstützen, erste Bußgelder sind eingegangen, aber noch trägt die Brücke das Risiko.

Dabei zeichnet sich schon jetzt ab, dass die Arbeit eigentlich ausgeweitet werden müsste. Fünf bis sechs Männer kommen regelmäßig zu den Beratungen, eigentlich wäre es an der Zeit, so Binkofski, ein Gruppenangebot zu starten. Das jedoch kann in den acht Stunden pro Woche, die eine Fachkraft zur Verfügung steht, nicht geleistet werden. Und eine Erhöhung der Stundenzahl kann sich die Brücke nicht leisten.

Die Männer, die das Beratungsangebot wahrnehmen, kommen zum Teil aus eigenem Antrieb, weil sie ihr Problem erkannt haben und etwas ändern wollen, erklärt Binkofski. Andere erhielten die Empfehlung von der Polizei, einige bekamen den Besuch der Beratungsstelle als Auflage vom Gericht.

Präventive Angebote würden zurzeit überall zusammengestrichen, bedauert Kordula Schulz-Asche. Es gebe leider keine Kriterien, um die Nachhaltigkeit präventiver Maßnahmen nachzuweisen. Dabei sei klar, dass es sinnvoller sei, Schäden zu vermeiden als hinterher für viel Geld daran zu arbeiten, Schäden zu beheben. „Wir haben jetzt schon das Problem der Finanzierung der Frauenhäuser“, macht die Sozialpolitikerin deutlich, dass auch an anderen Stellen gestrichen werde.

Kordula Schulz-Asche versprach jedoch, sich parteiunabhängig dafür einzusetzen, dass das Beratungsangebot für gewalttätige Männer als feste Leistung verankert wird.

Die grüne Landtagsabgeordnete war insgesamt drei Tage lang im Landkreis Hersfeld-Rotenburg unterwegs und informierte sich unter anderem im Eine-Welt-Laden, bei der Verbraucherberatung, im Frauenhaus, im Klinikum Bad Hersfeld. auf dem Hofgut Baumbach in Nentershausen oder bei der Kirchner Solar Group in Heinebach. Auch eine Radtour auf dem Energielehrpfad an der Fulda stand auf dem Programm. (zac)

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