Fachpersonal wird knapp: 17-Jähriger lernt einen Beruf mit vielen Facetten

Zur Arbeit an den Pool: Alex Bauer wird Bademeister

+
Mehr als der „normale“ Badegast sieht: Zu den Aufgaben des angehenden Schwimmmeisters Alex Bauer zählt im Geistalbad auch das Streichen der Bänke.

Bad Hersfeld. Fachkräftemangel im Freibad? Nicht im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Was in Deutschland vielerorts für Sorgenfalten sorgt, ist vor unserer Haustür (noch) kein Problem. Dafür, dass dies auch in Zukunft so bleibt, sorgt zum Beispiel Alex Bauer. Seit zehn Monaten macht der 17-Jährige in Bad Hersfeld eine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe.

Dass er ausgerechnet jenen Beruf gewählt hat, den zurzeit nicht viele Gleichaltrige machen wollen, war mehr dem Zufall als großen Plänen geschuldet.

Als vor etwa drei Jahren in der Schule ein Pflichtpraktikum anstand, habe er noch keine Vorstellungen vom späteren Arbeitsleben gehabt, erinnert er sich: „Ich wusste wirklich überhaupt nicht, in welche Richtung ich beruflich gehen will. Im Aqua Fit war ich seit ich klein war sowieso jede Woche zum Schwimmunterricht, und deshalb habe ich mir die Arbeit dort einfach mal angeguckt.“

Eigentlich sei es nur darum gegangen, einen kleinen Einblick zu gewinnen, berichtet er. Doch auf Anhieb habe ihm die Arbeit im Hersfelder Hallenbad dann so gut gefallen, dass er die beiden Folgepraktika an gleicher Stelle absolvierte. Auch nach dem Realschulabschluss 2015 gab es keinen Zweifel: Ein anderer Job als Schwimmmeister kommt für die Ausbildung nicht infrage.

Büroarbeit oder etwas Ähnliches kann sich der gebürtige Hersfelder nicht vorstellen. „Dann würde ich ja immer nur auf einer Stelle sitzen“, sagt er und schwärmt von der Abwechslung seines Jobs. Als Schwimmmeister gebe es immer Verschiedenes zu tun – viel mehr als der „normale“ Badegast sehe. So wurde beispielsweise im Geistalbad bereits im März mit den Vorbereitungen für den Sommer begonnen – zwei Monate bevor die Saison beginnt.

Seine Aufgabe sei weit mehr als das klischeemäßige am Beckenrand stehen. Natürlich gelte die Hauptaufmerksamkeit den Gästen – aber außerhalb der Öffnungszeiten oder bei geringem Betrieb stünden viele weitere Dinge an. Vom täglichen Abnehmen und Aufziehen der Planen über das Säubern von Becken und Liegewiesen bis hin zu technischen Angelegenheiten: Auch um die Instandhaltung des Bades haben sich Bauer und seine Kollegen zu kümmern.

„Alles macht Spaß“

Natürlich gebe es bestimmte Aufgaben, die man lieber, und andere, die man weniger gern tue. „Aber eigentlich macht alles Spaß“, sagt der 17-Jährige überzeugt. Auch mit der Schicht-Arbeit, die schon vor 6 Uhr beginnen und nach 21 Uhr enden kann, habe er überhaupt kein Problem.

Und am Wochenende? „Das gehört dazu. Dafür habe ich dann ja mitten in der Woche frei.“

Die freie Zeit nutzt er am liebsten mit Familie oder Freunden. Und zu Hause, sagt er, sei ja auch immer etwas zu tun. Dass für andere Hobbys dann kein Raum mehr bliebe, findet Bauer nicht weiter schlimm – schließlich hat er nahezu täglich mit dem Schwimmen zu tun, und damit sein größtes Hobby zum Beruf gemacht.

Von Kristina Marth

Kommentare