Buddhistische Gruppe trifft sich jede Woche in Bad Hersfeld zur Meditation

Arbeit mit dem Geist

Im Hier und Jetzt: Barbara Stahl und Andreas Roth-Biskamp treffen sich jeden Mittwoch mit weiteren Buddhisten, um gemeinsam zu meditieren. Roth-Biskamp hat das Buddhistische Zentrum Bad Hersfeld mit ins Leben gerufen. An der Wand ist rechts der Lama Ole Nydahl zu sehen. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Mönche in orangefarbenen Gewändern, große goldene Statuen und Wiedergeburt: Das verbinden viele Menschen mit dem Buddhismus. Farbenfrohe Gewänder tragen sie zwar nicht, aber auch in Bad Hersfeld und Umgebung gibt es Menschen, die sich an der buddhistischen Lehre orientieren.

In der Kreisstadt trifft sich seit 2010 jede Woche eine kleine Gruppe Interessierter unter der Leitung von Andreas Roth-Biskamp, um gemeinsam in der Tradition des sogenannten Diamantweg-Buddhismus zu meditieren und sich über buddhistische Sichtweisen im Alltag auszutauschen. Auch Barbara Stahl aus Heinebach gehört dazu. „Ich war lange in der evangelischen Kirche engagiert“, sagt sie. „Aber das war mir irgendwann zu engstirnig.“

Über Yoga kam sie zur Meditation und nach dem Besuch einer buddhistischen Veranstaltung in Bremen, bei der der aus Dänemark stammenden Lama Ole Nydahl sprach, habe es sie gepackt. Lama bedeutet so viel wie Lehrer oder „höchstes Prinzip“. „Es waren so viele freundliche und fröhliche Menschen dort“, erinnert sich Stahl.

„Der Buddhismus spricht selbstständig denkende Menschen an, die mitten im Leben stehen“, findet Stahl. Ihr selbst helfe der buddhistische Glaube, der ganz ohne Verbote auskomme, im täglichen Leben und im Umgang mit anderen Menschen. Auch im Buddhismus gelte der Satz: „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen an.“ Der Buddhismus habe ihr zudem im Umgang mit dem Tod geholfen, sagt Stahl.

Die Wertschätzung anderer Lebewesen ist ein zentraler Wert im Buddhismus. Karma steht für Ursache-Wirkung. „Wenn wir etwas tun, hat das immer eine Auswirkung auf unser eigenes Leben“, erklärt Andreas Roth-Biskamp.

Bei der Meditation geht es darum, Körper, Rede und Geist in Einklang bringen, im Hier und Jetzt zu sein, aber auch um Themen wie Weisheit, Mitgefühl oder freudvolle Tatkraft.

Roth-Biskamp, der die Gruppe in Bad Hersfeld mit ins Leben gerufen hat, ist vor über zehn Jahren während des Studiums in Kontakt mit dem Buddhismus gekommen. Der Diplom-Psychologe sieht viele Berührungspunkte mit der Wissenschaft, etwa der Physik, aber auch der Psychologie.

Für ihn ist Buddhismus eigentlich keine Religion, sondern eher das Studium des eigenen Geistes und ein Weg, dauerhaftes Glück zu erfahren, unabhängig von äußeren Faktoren wie Beruf, Geld oder Ehe. Der Begriff Buddha bedeutet „der Erwachte, jemand der alle positiven Qualitäten seines Geistes voll entfaltet hat“.

Regelmäßig besucht Roth-Biskamp große Veranstaltungen mit Buddhisten aus ganz Deutschland oder sogar aus aller Welt. 2012 war er mit Lama Ole vier Wochen in Südamerika unterwegs.

An die Wiedergeburt glaubt zumindest Barbara Stahl. „Ich lebe nicht das erste Mal“, ist sie sich sicher.

Wer Kontakt zum Buddhistischen Zentrum Bad Hersfeld aufnehmen möchte, kann sich unter Telefon 0176/30439617 an Andreas Roth-Biskamp wenden, die Gruppe trifft sich jeden Mittwoch um 20 Uhr an der Weinstraße 14 gegenüber der Stadtkirche.

www.buddhismus-bad-hersfeld.de

Von Nadine Maaz

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