Ausstellung„Aufbruch und Illusion“ im Museum

Die Arbeit mit dem Feuer

Stellen ihre Werke gemeinsam aus: das Künstlerehepaar Volker und Antje Brüggemann. Foto: Poppe

bad hersfeld. Verwirrt blickt der Betrachter auf die Vase vor sich. Erfasst sein Auge gerade eine dreidimensionale Treppe oder handelt es sich doch nur um das farbige Muster einer Vase? „Ich liebe den Reiz der Irritation“, sagt die Keramikkünstlerin Antje Brüggemann. Treffend ist der Name „Illusion“, den sie ihrem Teil der Ausstellung geben hat, in der ab kommendem Sonntag im Kapitelsaal des Museums sowohl ihre als auch die Werke ihres Mannes zu sehen sein werden.

Steinzeug ist das bevorzugte Material der gelernten Töpferin, auf dem sie durch verschobene Linien und unterschiedlich eingefärbte Flächen optische Täuschungen entstehen lässt. Dieser aufwendigen Glasur geht das Brennen ihrer Kunstwerke bei Temperaturen von über 1300 Grad voraus. „Hat man einmal mit Feuer gearbeitet, bleibt man dabei“, erklärt Volker Brüggemann die gemeinsame Faszination des Ehepaares für die Technik, die hinter ihrer Kunst steckt. Doch bis der Brennofen bei der Arbeit des ehemaligen Kunsterziehers zum Einsatz kommt, müssen seine Werke auf dem Weg vom ersten Modell aus Keramik bis zur fertigen Skulptur zunächst zahlreiche Arbeitsschritte durchlaufen.

Motto: Aufbruch

Sehr aufwendig ist das sogenannte Verfahren mit der verlorenen Form, das Brüggemann anwendet, um seine hohen Bronzestatuen herzustellen. Mehrere Wochen Arbeit stecken in jedem seiner Exponate, die er unter dem Motto „Aufbruch“ in der Ausstellung zeigt. „Der Mensch soll sich bewegen, entwickeln und nach oben streben“, erläutert der Künstler seine großen und kleinen Eisengüsse und Bronzen, in denen Kombinationen aus Treppenstufen und angedeuteten Engeln in zahlreichen Variationen zu entdecken sind.

Das Künstlerehepaar, das sich beim Studium an der Kasseler Kunstakademie kennen lernte, teilt sich nicht nur den Kapitelsaal im Museum sondern auch das Atelier im heimischen Wippershain. „Zwar wollen wir beide nicht während des Arbeitsprozesses gestört werden, doch ist uns nach Fertigstellung eines Werkes die Kritik des anderen sehr wichtig“, verrät das Paar. Mit „Aufbruch und Illusion“ haben die Brüggemanns nun die erste Ausstellung konzipiert, in der sie ihre Arbeiten gemeinsam ohne die Mitwirkung anderer Künstler zeigen.

Vernissage am Sonntag

Bei einer Vernissage am Sonntag, 18. April, ab 11.30 Uhr wird die Ausstellung im Kapitelsaal des Museums eröffnet. Danach sind die Werke noch bis zum 6. Juni während der regulären Öffnungszeiten des Museums, Dienstag bis Sonntag von 10-12 Uhr und von 15-17 Uhr, zu sehen. (sp)

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