Zukunft von Festspielen und Oper Thema bei der Verleihung der Hersfeldpreise

Appell an das Miteinander

Jörg-Uwe Hahn

Bad Hersfeld. Hessens stellvertretender Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn sprach von „großer Sorge“, und auch sein Namensvetter Helgo, der Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine, kam nicht umhin, bei der gestrigen Feier zur Verleihung der Hersfeldpreise das problematische Verhältnis von Festspielen und Oper anzusprechen. Denn wie es nach Auslaufen der noch bis 2014 geltenden vertraglichen Regelungen weitergehen soll, darüber haben sich beide Kulturträger bisher nicht verständigen können. Bekanntlich sind zwischen beiden Seiten sowohl Termine als auch Zuständigkeiten immer wieder strittig.

Während sich der Hahn aus Wiesbaden in seiner kurzen Festrede als Mediator anbot, appellierte der Hersfelder Hahn wie schon im Vorjahr an das Miteinander und plädierte für einen neuen Anlauf, sich gütlich zu einigen. Dabei machte er deutlich, dass die Festspiele die Oper keineswegs vereinnahmen wollen, sondern dass es um einen gemeinsamen Kultursommer von besonderer Qualität in der Stadt gehe.

Dieses Dauer-Thema trübte den fröhlichen Charakter der Preisverleihung jedoch genauso wenig wie der heftig prasselnde Regen. „Damit wissen wir umzugehen“, hatte Moderator Markus Pfromm, Geschäftsführer der Hersfelder Zeitung, erst gar keine trübe Stimmung aufkommen lassen.

Dazu war auch kein Anlass: Sören Wunderlich („Ich kann es immer noch nicht glauben!“), Anja Brünglinghaus („Vielen Dank für die Ehre!“) und Lena Vogt („Die Festspiele sind eine Bereicherung für mich“) freuten sich sichtlich über ihre Auszeichnungen, die auf den Zuschauerplätzen auch von berühmten Kollegen wie Volker Lechtenbrink, Michael Schanze und Julian Weigend beklatscht wurden.

Zudem hatte Intendant Holk Freytag für unterhaltsame Beiträge des Ensembles gesorgt mit zwei Appetithappen für das Eichhof-Stück „Ewig jung“ und dem Bahnhof-Song aus „Anatevka“, den Milica Jovanovic vortrug.

Und nicht zuletzt hatten auch die Veranstalter mit den „Saxophonics“ und dem Vokalensemble „TonArt“ („Schiller“ als gelungene Parodie auf Michael Jacksons „Thriller“) musikalisch Gehaltvolles aufgeboten.

Von Karl Schönholtz

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