Bei Protestaktion „Wir machen den Tag zur Nacht“ waren nur Notfallklappen geöffnet

Apotheker schließen zu

Genauso wie beim Nachtdienst: Die Kunden stehen vor der geschlossenen Tür der Rosen-Apotheke in Bad Hersfeld. Nur durch die Notdienstklappe ist eine Bedienung möglich. Foto: Teufel

bad hersfeld. „Wir machen den Tag zur Nacht“, hieß es gestern in vielen Apotheken. Um punkt zwölf Uhr schlossen die Apotheker ihre Türen ab. Für eine Stunde bedienten sie ihre Kunden ausschließlich über die Notdienstklappe.

Diese Aktion solle ein Zeichen setzen, damit sich die Gesellschaft bewusst werde, was für einen Dienst die Apotheker leisten, so Apotheker Hans Gustav Blanke von der Rosen-Apotheke in Bad Hersfeld. „Es soll ein Denkanstoß sein, damit die Kunden nachdenklicher werden und den Service zu schätzen wissen“, sagt Blanke weiter. Den Dienst für die Allgemeinheit nähmen die Apothekerinnen und Apotheker gerne in Kauf, jedoch sollte er auch entsprechend entlohnt werden.

Der Rosen-Apotheker befürchtet, dass trotz einer erhöhten Honorierung die Kosten nicht zu decken seien. „Die Zahl der Personen die den Notdienst in Anspruch nehmen, ist gestiegen, jedoch sind nicht alle davon Notfälle“. Oftmals werde man um zwei, drei oder fünf Uhr benötigt, das sei dann schon sehr anstrengend, gibt Blanke preis.

Vor den Notdienstklappen blieben lange Warteschlangen aus. Nur vereinzelt kamen Personen und wollten Medikamente abholen. Viele waren allerdings über die geschlossenen Türen erstaunt, da sie zuvor von der geplanten Aktion nichts mitbekommen hatten.

Ein Kunde der Rosen-Apotheke wunderte sich generell über die Undurchsichtigkeit des medizinischen Systems in Deutschland. Er ist der Meinung, dass dieses vielfältig und schwer zu durchschauen sei und man gar nicht wisse, wieviel die Apotheker überhaupt verdienen – speziell bei Einsätzen in der Nacht. Somit sei es schwierig, die Aktion einzuschätzen und sich eine klare Meinung zu bilden.

Von Franziska Stöcker und Sabrina Ilona Teufel

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