Morgen Aktion zu Notdienst-Honorierung: Von 12 bis 13 Uhr wird „der Tag zur Nacht gemacht“

Apotheker machen Klappe auf

Die Apothekerin Katrin Mittelsdorf reicht Medikamente durch die Notdienst-Klappe der Kurbad-Apotheke. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Mit einer Plakat- und Unterschriftenaktion informieren die Apotheken in Bad Hersfeld morgen über die ihrer Ansicht nach völlig unzureichende Bezahlung des Notdienstes. Die Apotheken folgen dem bundesweiten Aufruf und werden zwischen 12 und 13 Uhr nur durch die Notdienstklappe bedienen und somit „den Tag zur Nacht machen“.

2,50 Euro Gebühr erhalten die Apotheker, wenn sie im Notdienst in Anspruch genommen werden. „Wir leisten den Notdienst gerne, denn wir wollen, dass im Notfall ein geeignetes Arzneimittel zur Verfügung steht.

Gerade Eltern mit kleinen Kindern sind in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen ganz besonders auf die Apotheken angewiesen, wenn sie dringend Arzneimittel brauchen“, erklärte Saskia Hildwein von der Kurbad-Apotheke in Bad Hersfeld.

Für 15 Euro die ganze Nacht

Apotheken in ländlichen Gegenden mit geringer Apothekendichte müssten besonders durch eine Erhöhung des Honorars entlastet werden. „Hier kommt es nicht selten vor, dass eine Apothekerin oder ein Apotheker für 10 bis 15 Euro Gebühr die ganze Nacht dienstbereit sind“, betonte Hildwein.

Die Bundesregierung habe eingesehen, dass sich an der Honorierung dieses Notdienstes etwas ändern müsse und ab dem 1. Januar 2013 einen finanziellen Ausgleich zugesagt (wir berichteten).

Doch bis jetzt hätten die Apotheker keinen Cent erhalten. Ende vergangener Woche hatte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr einen ersten Vorschlag gemacht, das Apothekenhonorar pro Packung um 16 Cent zu erhöhen und diese Erhöhung direkt in einen Fonds einzuzahlen. Aus diesem könnte eine Notdienstpauschale von etwa 200 Euro pro Dienst finanziert werden.

Jetzt muss allerdings erst noch ein Gesetzentwurf vorgelegt und verabschiedet werden. „Mit der Unterschriftenaktion wollen wir die Bürger um Unterstützung bei unserer Forderung bitten, damit wir auch in Zukunft in gewohntem Umfang diese Dienstleistung anbieten können“, so Saskia Hildwein mit Blick auf die Protestaktion. (red/ks)

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