Kirchheimer Dreieck: Leitplanke hält Lastzug auf Abwegen auf

Lkw-Unfall: Anwohner hatten Glück

Leben mit der Autobahn: Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch betrachtet die beschädigte Leitplanke auf der Autobahnbrücke. Dahinter sind die Schwimmbadstraße und die ersten Häuser von Kirchheim zu sehen

Kirchheim. Das hätte auch anders ausgehen können: Erst bei Tageslicht wird richtig deutlich, wie knapp die Kirchheimer einem größeren Unglück entgangen sind.

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Leitplanke und Geländer der Autobanbrücke sind aus der Verankerung gerissen. Darunter verläuft nicht nur die Zufahrt zu Motel, Tankstelle und Autobahn, sondern auch die Schwimmbadstraße. Nur wenige Meter entfernt stehen die ersten Häuser. Der Weg unter der Brücke ist derzeit die einzige Zufahrt zum Wohngebiet, in dem auch Kindergarten und Grundschule liegen. Die zweite Autobahn-Unterführung ist derzeit wegen Bauarbeiten gesperrt.

Ob die Leitplanken bei einem Unfall mit Schwerverkehr halten oder nicht, sei auch eine Frage von „fünf Stundenkilometern schneller oder langsamer“, sagt Bürgermeister Manfred Koch, während er nachdenklich das verbeulte Geländer betrachtet. Vermutlich habe die Kollision mit der mittleren Leitplanke dem mit Kosmetikartikeln beladenen Lastzug den Schwung genommen. Schon häufiger hat es in den vergangenen Jahren brenzlige Situationen in der Ortslage von Kirchheim gegeben. Im Jahr 2011 wurde etwa das Führerhaus eines Lastwagens von der Autobahn auf die Schulstraße geschleudert. Der Rathauschef setzt sich deshalb seit längerem für einen festen Blitzer am Dreieck ein. Der würde sich unter den Berufskraftfahrern herumsprechen und sie zum Langsamfahren zwingen, argumentiert Koch.

Von den zuständigen Ministerien sei das bisher mit Hinweis auf Unfallstatistiken abgelehnt worden. „Niemand fragt nach der Statistik, wenn erst ein Mensch zu Schaden gekommen ist“, beklagt der Bürgermeister. Und noch etwas treibt den Rathauschef um: Auch noch so starke Leitplanken würden auslaufende Gefahrstoffe nicht aufhalten.

Noch in der Mittagszeit ist eine Spezialmaschine damit beschäftigt, die Fahrbahn von Diesel und Öl zu befreien. Mitarbeiter der Autobahnmeisterei kümmern sich um die beschädigten Leitplanken. Auf 50 000 Euro schätzt die Autobahnpolizei den entstandenen Sachschaden insgesamt. Nicht nur die Ausfahrt Kirchheim, auch der Übergang von der A 4 zur A 7, der in diesem Bereich mündet, muss bis 13.30 Uhr voll gesperrt werden. Der Verkehr staut sich deshalb zeitweise bis nach Hönebach zurück. (jce)

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