Der CDU-Politiker Reinhold Stanitzek erlag im Alter von 71 Jahren einem Krebsleiden

Der Anwalt der Region ist tot

Reinhold Stanitzek ist im Alter von 71 Jahren gestorben.

Hersfeld-Rotenburg. Der Ehrenvorsitzende der CDU im Kreis Hersfeld-Rotenburg, Reinhold Stanitzek, ist tot. Er erlag im Alter von 71 Jahren im Kreise seiner Familie einem schweren Krebsleiden. Stanitzek hatte die Politik im Kreis Hersfeld-Rotenburg aber auch in Hessen und Thüringen bis zuletzt aktiv und maßgeblich geprägt.

Reinhold Stanitzek wurde am 1. August 1939 in Guttentag in Oberschlesien geboren. Er studierte Jura und Volkswirtschaftslehre in Marburg und Bonn und arbeitete ab 1972 zunächst als Richter. 1971 wurde er in den Landesvorstand der CDU gewählt und zog 1974 erstmals in den Hessischen Landtag ein. Von 1987 bis 1991 war Stanitzek Staatssekretär im Hessischen Innenministerium. Nach der politischen Wende engagierte sich Stanitzek stark für den Aufbau und Aufschwung der neuen Länder.

Von 1993 an war Stanitzek für mehr als elf Jahre Sprecher der Geschäftsführung der Landesentwicklungsgesellschaft in Thüringen. Für seine verdienstvolle Arbeit in dieser Position wurde er vor einem Jahr von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht mit dem Verdienstorden des Landes Thüringen ausgezeichnet – eine Auszeichnung, die ihn „ein bisschen stolz“ machte und fast zu Tränen gerührt habe, wie er damals unserer Zeitung sagte.

Auch nach seiner aktiven politischen Laufbahn blieb Stanitzek als Ehrenvorsitzender seiner Partei eng verbunden und pflegte weiterhin seine guten Beziehungen nach Wiesbaden oder Berlin. Durch seine Arbeit im Wirtschaftsrat der CDU konnte Stanitzek viele Kontakte zwischen politischen Entscheidern und der heimischen Wirtschaft vermitteln. Auch in der Kreis-CDU blieb Stanitzek – wenn auch im Hintergrund – stets präsent und vertrat die Region weiterhin bei Parteitagen und anderen Veranstaltungen.

„Ein guter Freund“

Fast schon legendär sind die Weinfeste, die Reinhold Stanitzek gemeinsam mit seiner Frau Anna im Garten ihres gastlichen Hauses am Bad Hersfelder Finkenweg veranstalteten. Dort trafen die Gäste aus der Nachbarschaft ganz unkompliziert auf Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur.

Mit Betroffenheit haben örtliche CDU-Politiker auf den Tod Stanitzeks reagiert. Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt sprach von einem großen persönlichen, menschlichen und politischen Verlust. „Reinhold Stanitzek war ein starker Kämpfer für unsere Heimat, er war mit Leib und Seele Kommunalpolitiker, und er war Anwalt der Menschen der Region und ihrer Anliegen“, erklärte Schmidt.

Der CDU-Kreisvorsitzende Thorsten Bloß würdigte Stanitzeks absolute persönliche Verlässlichkeit und dessen Pflichtbewusstsein als beispielgebend.

Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Herbert Höttl zeigte sich ebenfalls tief bewegt: Stanitzek sei ihm mit seiner großen Erfahrung stets ein guter Ratgeber gewesen. Ihm habe vor allem Stanitzeks konsequentes Festhalten an konservativen und christlichen Grundwerten imponiert. „Die Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion verlieren einen guten Freund.“

Neben seiner Ehefrau Anna hinterlässt Reinhold Stanitzek zwei Töchter. Die Beisetzung findet am kommenden Dienstag statt. (kai)

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