Revision im Obdachlosen-Mordprozess eingelegt

Anwälte sehen Widersprüche

Bad Hersfeld. Die Verteidiger der beiden Angeklagten im Prozess um die Tötung eines Obdachlosen im Bad Hersfelder Bahnhof haben Revision gegen das Urteil des Fuldaer Schwurgerichts eingelegt. Pierre S. (22) und Andrea B. (24) waren in der vergangenen Woche wegen gemeinschaftlichen Mordes zu Haftstrafen von 14 beziehungsweise elf Jahren und zwei Monaten verurteilt worden (unsere Zeitung berichtete).

Rechtsanwalt Jochen Kreissl und seine Kollegin Daniela Morbach argumentieren, die Fuldaer Strafkammer habe dem Haupttäter lediglich Körperverletzungsvorsatz bei Beginn der Auseinandersetzung bescheinigt, aber keinen Tötungsvorsatz. Der sei erst später hinzugekommen. Laut Kreissl könne nicht ausgeschlossen werden, dass die zum Tod führenden Schläge „lediglich“ mit Körperverletzungsvorsatz geführt wurden. Dann aber scheide eine Verurteilung – zugunsten des Angeklagten – wegen eines Tötungsdelikts aus. Er könne dann nur wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt werden.

„Das Urteil des Landgerichts steht möglicherweise im Widerspruch zur Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes. Das muss im Wege eines Revisionsverfahrens durch das höchste deutsche Strafgericht überprüft werden,“ erklärte Anwalt Kreissl gegenüber unserer Zeitung. (ks)

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