BSO-Schulleiter Falko Radewald wird heute in den Ruhestand verabschiedet

Und ab in die Antarktis

Bald tauscht Falko Radewald seinen Schreibtisch gegen ein Segelschiff ein. Der Schulleiter ist erleichtert, demnächst nicht mehr so viel Verantwortung tragen zu müssen. Foto: Hanisch

Bad Hersfeld. Die Frage nach dem Traumberuf: Was will ich später eigentlich mal werden? Lehrer, Pilot oder doch Arzt? Eigentlich blöd, dass man für jeden der drei Berufe Abitur braucht, dachte sich vor rund 40 Jahren auch Falko Radewald, Schulleiter der Beruflichen Schulen Obersberg, der heute offiziell seinen Ruhestand antritt.

Der Weg zum Schulleiter

Nach 13 Jahren auf einer Internatsschule in Niedersachsen wurde Radewald, ohne Schulabschluss, von der Bundeswehr eingezogen, wo er sich bis zu den Heeresfliegern hoch arbeitete und acht Jahre lang Hubschrauber flog.

„Auf die Dauer wurde mir das aber zu langweilig, das hat mir nicht mehr gereicht“, erklärt der Schulleiter. Wichtig sei, dass man an der eigenen Unzufriedenheit etwas ändere und nicht andere dafür verantwortlich mache, meint er und entschloss sich, seinen Wunsch Lehrer zu werden zu verwirklichen.

Dafür holte er zunächst das Abitur in der Abendschule nach und studierte anschließend Ernährungswissenschaft und Pädagogik in Gießen. „Das Abitur nachzuholen war extrem anstrengend – anstrengender als das Studium, aber es hat mich in meiner persönlichen Entwicklung sehr viel weiter gebracht“, reflektiert der bald Pensionierte.

Nach Zwischenstopps an Schulen in Kassel und Fulda, hat er sich schließlich an den Beruflichen Schulen am Obersberg um den Posten des Schulleiters beworben. 13 Jahre ist das mittlerweile her.

Unterrichten war ihm wichtig

Dass man als Schulleiter nicht mehr viel unterrichtet, sondern mit viel Verantwortung und Verwaltungsaufwand betraut ist, hat er nur manchmal bedauert. „Klar, man verliert leicht den Kontakt zu den Schülern. Deswegen war es mir auch sehr wichtig, sowohl an der Außenstelle in Philippsthal als auch hier noch jeweils zwei Stunden zu unterrichten“, erklärt Radewald.

Wehmütig auf das bevorstehende Ende seiner Karriere blickt er aber nicht und sieht dem Ruhestand ganz entlassen entgegen, „schließlich hatte ich genug Zeit, mich darauf einzustellen“.

Ob er sich um die Zukunft „seiner“ Schule sorge? „Nein, jeder ist doch ersetzbar und die neue Mannschaft wird das schon machen“, meint er realistisch. Außerdem hat der 65-Jährige nicht vor, sich nun einfach auf die faule Haut zu legen und seine soziale Ader zu begraben: „Ich habe mir vorgenommen, ab und zu in einem Kinderhort am Petersberg zu arbeiten und dort die Hausaufgabenbetreuung zu übernehmen“, verrät er. Und nicht nur das: Im Januar bricht er zu einem vierwöchigen Segeltörn in die Antarktis auf.

Vom Flieger über den Schulleiter zum Segler – Falko Radewald kann auf einen turbulenten Werdegang zurückblicken.

Von Christin Hanisch

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