Patienten waren auf den Ärztestreik am Mittwoch vorbereitet

Ansturm blieb aus

Hersfeld-Rotenburg. Viele Hausarztpraxen im Landkreis waren gestern geschlossen. Die Allgemeinmediziner beteiligten sich an einem bundesweiten Streik des Hausärzte-Verbands. Um die Patienten kümmerten sich derweil die Notdienste, die bereits am Mittwochvormittag im Einsatz waren. Doch sie hatten nicht viel zu tun.

„Bei uns war es sehr ruhig“, sagte Hausärztin Ute Schreiner auf Nachfrage unserer Zeitung. Sie übernahm den Notdienst in Wildeck und Kleinensee, musste aber keine Patienten versorgen.

Auch in den übrigen Kreisteilen blieb ein Ansturm auf die Notdienste aus. In der Gemeinschaftspraxis Schramm und Kirschbaum in Rotenburg meldete sich lediglich ein Patient eines anderen Arztes. Die für Bebra und Ronshausen zuständige Praxis Bährens und Sauerbier verzeichnete zwei Notdienstpatienten. Ganz ähnlich sah es in Niederaula, Kirchheim und Breitenbach am Herzberg aus, wo Dr. Christoph Leipold den Notdienst übernommen hatte.

„Die Leute waren über den Streik informiert und haben sich entsprechend vorbereitet“, sagte Dr. Stefan Rühlmann aus Heringen. Nach seiner Beobachtung wurde der Streik von den Patienten allerdings kaum diskutiert. Das sei bei früheren Streiks schon anders gewesen, bestätigte seine Wildecker Kollegin Schreiner.

Dr. Martin Ebel, Bezirksvorsitzender des Hausärzte-Verbands, wertet den Ausstand als Erfolg. Wie viele der 91 Allgemeinmediziner im Landkreis gestreikt haben, konnte Ebel nicht genau beziffern.

Dass nur wenige Patienten den Notdienst in Anspruch genommen haben, führte Ebel auf die gute Information im Vorfeld des Streiks zurück. Viele Patienten hätten sich entsprechend vorbereitet und seien bereits am Dienstag in die Sprechstunde gegangen.

Der Streik sollte auf die schwierige Situation der Hausärzte hinweisen. Geplante Änderungen am sogenannten Hausarztmodell würden noch dazu beitragen, dass der Beruf unattraktiver werde. (mcj)

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