Prozess gegen 49-Jährigen nach Befangenheitsantrag unterbrochen

Anklage: Richter als Päderasten beleidigt

Bad Hersfeld. Massive Beleidigung eines Amtsrichters aus Bad Hersfeld wirft die Staatsanwaltschaft Fulda einem Mann aus Langenhagen (Niedersachsen) vor. Er hatte dem Juristen unterstellt, ein Päderast zu sein.

Bevor der Strafprozess gegen den 49-Jährigen richtig beginnen konnte, war allerdings schon wieder Schluss: Nach einem Befangenheitsantrag gegen Richter Michael Krusche wurde das Verfahren noch vor Aufnahme der Personalien und Verlesung der Anklage vorläufig unterbrochen.

Ausgangspunkt war ein Bußgeldverfahren wegen eines Verkehrsdelikts vor dem Amtsgericht Bad Hersfeld aus dem vergangenen Jahr, bei dem der Niedersachse 70 Euro wegen zu schnellen Fahrens bezahlen sollte. Bei der Vernehmung zu seinen wirtschaftlichen Verhältnissen weigerte er sich gegenüber Richter Elmar Schnelle, Auskunft zu seinen Kindern zu geben – mutmaßlich vor dem Hintergrund der gleichzeitig erhobenen Kinderpornografie-Vorwürfe gegen den Bundestagsabgeordneten Edathy.

„Arsch an der Wand“

In einem Schreiben an Richter Schnelle legte der Mann aus dem Raum Hannover später nach: „Wenn Sie kindsgeil oder pervers sind, halten Sie Ihren Arsch ganz dicht an der Wand!“ Wegen dieser Beleidigung sollte sich der 49-Jährige gestern ein weiteres Mal in Bad Hersfeld vor Gericht verantworten.

Über seinen Verteidiger, den Bad Hersfelder Rechtsanwalt Jochen Kreissl, ließ er jedoch mitteilen, dass er dem mit dem Verfahren betrauten Richter Krusche wegen dessen kollegialen und freundschaftlichen Verhältnisses zu Richter Schnelle Befangenheit unterstellt, und stellte den entsprechenden Antrag.

Weil darüber nicht sofort entschieden werden konnte, blieb Richter Krusche nichts anderes übrig, als sich zu vertagen. Einen Termin für die Fortsetzung gibt es derzeit noch nicht.  Zum tage

Von Karl Schönholtz

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