SPD, Grüne und Fraktionsgemeinschaft rechtfertigen Ablehnung des Sportpark-Projekts

Aus Angst vor Folgekosten

Bad Hersfeld. Nach dem Scheitern der Pläne für den „Lullus-Sportpark“ in der Fuldaaue bei Bad Hersfeld und Vorwürfen gegen die Stadtverordneten-Fraktionen, die das Projekt im Rahmen der Haushaltberatungen abgelehnt hatten (unsere Zeitung berichtete), rechtfertigen nun SPD, Grüne und Fraktionsgemeinschaft ihre Entscheidung.

So habe der Leiter der städtischen Bauverwaltung in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss bestätigt, dass der Planungsauftrag über 30 000 Euro mit Folgekosten von etwa 180 000 Euro verbunden sei, heißt es in einer Pressemitteilung des finanzpolitischen Sprechers der SPD, Bernd Wennemuth.

Diese Planung sei Voraussetzung, um eine Förderung zu beantragen. „Für den Fall aber, dass dieser Antrag nicht förderungswürdig ist, wäre diese Planung nutzlos. Sie wäre auch für einen Sanierungsplan statt eines Neubaus nicht zu gebrauchen“, argumentiert Wennemuth und fügt hinzu: „Da wir 210 000 Euro nicht zum Fenster hinaus werfen wollten, haben wir den Antrag abgelehnt.“

Diese Entscheidung vorzubereiten, sei Aufgabe des Bürgermeisters, schreibt Wennemuth weiter, doch stattdessen werfe er „Nebelkerzen, um von seinem Versagen abzulenken“.

Grüne sind befremdet

Die Grünen im Stadtparlament äußern sich ebenfalls befremdet. In Zeiten der Haushaltssicherung, die zu tiefen Einschnitten zwinge, werde hier so diskutiert, als sei ein Projekt von 4,3 Millionen gerade mal so problemlos zu stemmen, kritisiert Monika Schmidt.

Die Grünen hätten deshalb nach reiflicher Überlegung und aus guten Gründen gegen die Fortsetzung der Planung gestimmt, die als „finanzielles Abenteuer, dessen Ausgang ungewiss ist“, angesehen wird. Darüber hinaus fragen die Grünen nach einem Finanzierungsplan, nach Folgekosten und den beteiligten Vereinen. All dies sei nach wie vor ungeklärt.

Hans-Jürgen Schülbe, Vorsitzender der Fraktionsgemeinschaft, erklärt, er habe sich „schweren Herzens“ gegen das Projekt entschieden, das er grundsätzlich als Bereicherung ansehe. Doch die Stadt könne sich den Park zurzeit finanziell nicht leisten. Auch Schülbe vermisst eine exakte Kostenkalkulation, Zahlen über die Folgekosten und Informationen über die Verkehrsanbindung, weil den Kurpark-Anwohnern keine zusätzliche Verkehrsbelastung zuzumuten sei. (red/ks)

Kommentare