90 Jahre Symbolfigur des Lullusfests

"Es ist angenehmer Stress": Interview im Riesenrad mit Feuermeister Klaus Otto

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Blickt voller Vorfreude über die Dächer der Kreisstadt: Klaus Otto ist der sechste Feuermeister des Bad Hersfelder Lullusfestes. Vor 90 Jahren wurde dieses Amt eingeführt.

Bad Hersfeld. Zum Lullusfest führt unsere Zeitung wieder Interviews im Riesenrad. Zum Auftakt drehten wir – wie sollte es anders sein – mit Feuermeister Klaus Otto eine Runde.

Herr Otto, wir sitzen gerade im Riesenrad. Dürfen Sie als Feuermeister eigentlich alle Fahrgeschäfte so häufig nutzen, wie sie möchten? 

Klaus Otto: Ich dürfte es bestimmt, aber das habe ich von Anfang an abgelehnt. Wenn ich eingeladen werde, fahre ich vielleicht einmal umsonst eine Runde mit. Alle anderen Male werde ich aber ganz sicher dafür bezahlen.

Wenn Sie alles jederzeit nutzen könnten, wo würde man Sie dann am meisten sehen?

Otto: Ganz klar hier im Riesenrad und beim Autoscooter.

Das diesjährige Festzugsmotto lautet „90 Jahre Feuermeister“. Bedeutet das, dass Lolls für Sie dieses Mal ein wenig anders läuft als in den letzten Jahren?

Otto: Für den einen oder anderen Anlass macht das schon einen Unterschied, aber das Rahmenprogramm an sich ist dasselbe. Die Hauptpunkte, die das Thema „90 Jahre Feuermeister“ betrifft, sind die Feierstunde nach dem Fackelzug und selbstverständlich der Lollsmontag, wo ja dann auch die Feuermeister a. D. mit anwesend sind.

Ihr Terminplan ist in diesen Tagen gut gefüllt. Ist eigentlich die Lollswoche stressiger, oder sind es die Tage unmittelbar zuvor?

Otto: Das kann man gar nicht pauschal sagen. In den Tagen vorher stehen viele Termine an: Beispielsweise der Lollstalerverkauf mit dem Lullusfestverein oder eine ganze Reihe Veranstaltungen zur Vorstellung des Fahrzeugs, das am Montag verlost wird. Da kommt einiges zusammen. Die Lollswoche ist dann zwar stressig, aber es ist ein angenehmer Stress, weil es einfach Spaß macht. Für die späten Stunden  muss  man  sich die Kraft  natürlich  schon  ein wenig  einteilen,  denn so ein Lollstag ist normalerweise wirklich lang. Er beginnt meistens gegen 10 Uhr und endet dann um zwei, drei oder auch um vier – eigentlich immer am Feuer, wo ich gern noch mit Freunden gemütlich zusammenstehe. Das finde ich einfach herrlich.

Eigentlich waren Sie ja nicht nur in den vergangenen Tagen, sondern das gesamte Jahr über sehr viel in Sachen Lolls unterwegs und haben auf zahlreichen auswärtigen Veranstaltungen die Werbetrommel gerührt. Stand es vorher nicht gut genug um unser Fest?

Otto: Schlecht lief das Lullusfest nie, aber wir haben es wie jedes andere Fest nötig, dass eine gute, vernünftige Werbung gemacht wird. Da haben wir in diesem Jahr durch die Hersfelder Mönche, den Lullusfestverein und den Magistrat ein bisschen aufgerüstet und diesen Menschen gilt daher ausdrücklich mein Dank. Ich bin stolz, dass das, was wir machen, so langsam auch wirklich Früchte trägt. Der Festzug ist das beste Beispiel: Wir haben 70 Teilnehmer dabei.

Wie genau sah Ihre Lullusfest-Werbung aus?

Otto: Eigentlich ganz einfach: Wir haben viele andere Feste besucht und die Menschen dort darauf aufmerksam gemacht, dass wir hier in Hersfeld das älteste Volksfest Deutschlands haben.

Neben Ihren repräsentativen Aufgaben halten Sie auch jedes Jahr die Rede beim Löschen des Feuers, in der Sie traditionsgemäß mit dem städtischen Geschehen der letzten zwölf Monate abrechnen. Liegt die Rede schon fertig in der Schublade?

Otto: (grinst) Da können Sie ganz sicher sein!

Wie lange haben Sie daran gearbeitet?

Otto: Ich habe sie nicht auf einmal geschrieben, sondern seit Anfang August auf verschiedene Tage verteilt. Ich würde sagen: So insgesamt vier Wochen.

In den vergangenen Jahren haben Sie kein Blatt vor den Mund genommen. Verraten Sie uns, worum es in diesem Jahr geht?

Otto: Definitiv werde ich nichts verraten, aber ich kann Ihnen sagen, dass ich am Stil nichts geändert habe. Auf den Inhalt darf sich jeder freuen, der zum Löschen des Feuers kommt.

Von Kristina Marth

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