250 Dinge, die wir an der Region mögen (171): Der Storchensee bei Rotenburg

Angelparadies an der Fulda

Es herrscht Uneinigkeit darüber, woher der Storchensee seinen Namen hat. Anscheinend wurde er willkürlich vorgeschlagen. Foto: Achim Meyer

Rotenburg. Wenn die Abendsonne sich auf der Wasseroberfläche spiegelt und die Schwäne ihre Hälse aneinander schmiegen, dann ist er einer der romantischsten Orte rund um Rotenburg und Bebra: Der Storchensee in den Fuldawiesen bei Rotenburg.

Eigentlich müsste es heißen: Die Storchenseen – denn es handelt sich um zwei Gewässer, das eine mehr als doppelt so groß wie das kleinere. Entstanden sind sie nach dem zweiten Weltkrieg als Kiesgruben. Der Rotenburger Albert Deist erinnert sich daran, dass der Getränkehändler Wiegand im Winter große Eisschollen loshacken ließ, sie abtransportierte und für den Sommer einlagerte - letztmalig 1960.

Später wurden die Seeufer von der Stadt Rotenburg mit Rundwegen und Bänken zum Naherholungsgebiet umgestaltet. Heute sind die Seen im Besitz des Rotenburger Anglervereins. Der baute hier ein Gerätehaus, das beim Hochwasser Mitte der 90er Jahre in Mitleidenschaft geriet und durch ein aufgeständertes Holzgebäude ersetzt wurde, das als Vereinsheim und Ausflugslokal dient.

Willkürlich vorgeschlagen

Woher der Storchensee seinen Namen hat, darüber herrscht Uneinigkeit, da sich niemand an Storchennester in der Gegend erinnern kann. Es heißt, Angler Arnold Demand habe diesen Namen mehr oder weniger willkürlich vorgeschlagen.

Jeden Herbst setzen die Angler einige Zentner Fisch in die Seen. Auch Welse schwimmen hier. Der Raubfisch wurde einst eingesetzt, damit andere Fischarten nicht überhand nehmen. Immer wieder werden riesige Exemplare davon gelandet. Rekordhalter ist ein 2,20 Meter großer Fisch, den ein Gastangler dieses Jahr an der Angel hatte. Uwe Nöding vom Anglerverein ist sich sicher, dass mindestens noch ein Wels dieser Größe im größeren der beiden Seen schwimmt.

Von Achim Meyer

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