Rafael P. steht wegen Mordverdachts vor Gericht

Angeklagter sieht sich als Verlierer

Bad Hersfeld/Fulda. Als ruhiger, besonnener Mann hat sich der 37-jährige Rafael P. gestern vor dem Landgericht Fulda präsentiert. Der Hersfelder, der des Mordes angeklagt ist, muss sich wegen des Vorwurfs verantworten, im Dezember 2011 seine 42 Jahre alte Freundin in der gemeinsamen Wohnung im Zellersgrund in Bad Hersfeld erstochen zu haben. Das Gericht erörterte gestern das bewegte Leben des Angeklagten, in dem er bereits fast zwei Jahre in Haft saß und der sich selbst als „Verlierer“ darstellte.

Staatsanwalt Andreas Hellmich wirft dem gelernten Koch vor, er habe seine Freundin frühmorgens um 6.20 Uhr im Schlaf überrascht und mit 50 Messerstichen attackiert. Zuvor habe er die Tür zu dem Wohnzimmer aufgebrochen, in dem sie sich nach Streit eingeschlossen habe. Zwei Stiche in Hauptschlagadern hätten zu einem so starken Blutverlust geführt, dass sie innerhalb weniger Minuten verstorben sei.

Verteidiger Jochen Kreissl wies den Vorwurf der Anklage am Rande der Sitzung zurück: Nach Darstellung seines Mandanten habe sich das Opfer die Stiche in Selbstmordabsicht selbst zugefügt. Beide Beteiligten hätten gemeinsam aus dem Leben scheiden wollen. Als sie ihm leblos erschienen sei, habe sein Mandant selbst das Messer ergriffen und auf die Freundin eingestochen. Entsprechend werde sich Rafael P. an den nächsten Verhandlungstagen vor dem Schwurgericht äußern. (vn) Zweite Seite

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