Hersfeldpreis-Verleihung: Sonderauszeichnung für Edel-Statist Hans-Jürgen Dietz

Von Anfang an dabei

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Der ewige Statist Hans-Jürgen Dietz (rechts) wurde mit dem Ehrenpreis der Sparkasse ausgezeichnet. Links deren Vorstandschef Dr. Manfred Wagner, in der Mitter Moderator Markus Pfromm von der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine.

Bad Hersfeld. 60 Jahre alt sind die Bad Hersfelder Festspiele und vom ersten Tag an dabei ist Hans-Jürgen Dietz. Diese fast unvorstellbare Lebensleistung des Edel-Statisten wurde gestern im Rahmen der Hersfeldpreis-Verleihung besonders gewürdigt. Dietz als Person erhielt den Ehrenpreis der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg in Form einer goldenen Medaille, und der Chorverein, der bei den Festspielen das Gros der Statisterie stellt, durfte sich über eine Geldspende von 2500 Euro freuen, die Sparkassen-Chef Dr. Manfred Wagner überreichte.

Bürgermeister Hartmut H. Boehmer gestand Dietz nicht nur zu, Theaterblut in den Adern zu haben, sondern bezeichnete ihn auch als Vorbild für ehrenamtliches Engagement. Denn Dietz und seine Mitstreiter leben ihre Theaterleidenschaft ja in der Regel im Anschluss an ihren Arbeitsalltag beziehungsweise im extra genommenen Urlaub aus. Dietz selbst ist darüber hinaus schon seit 1969 Vorsitzender des Chorvereins.

Der spätere Preisträger Horst Sachtleben hatte seine Fest- zu einer Dankesrede umfunktioniert, in der er nacheinander das Festspielpublikm („leidenschaftlich mitgehend“), die Stifstruine („schönste Theaterstätte Deutschlands“) und die Mitarbeiter hinter der Bühne („grandios“) mit warmen Worten bedachte.

Zum Schluss erlaubte sich der Amtsmeister seiner Zunft den Fingerzeig, dass mit dem Wechsel im Amt des Bundespräsidenten auch die von Horst Köhler niedergelegte Schirmherrschaft über die Festspiele überdacht werden könne. „Es wäre eine tolle Sache für Herrn Wulff, den Schirm wieder aufzuspannen,“ sagte Sachtleben.

Selten war die Stiftsruine bei einer Hersfeldpreisverleihung so gut besucht wie gestern.

Mitglieder des Festspielensembles lockerten den offiziellen Ablauf der Veranstaltung immer wieder auf, so etwa Michael Witte mit „Unfrisierten Gedanken“ von Hanns Dieter Hüsch, Martin Bringmann mit der Klostererzählung aus Schillers „Die Räuber“ oder Jörg Reimers mit der Wiederholung seiner schon zum Festspiel-Auftakt gefeierten Theater-Konferenzschaltung.In seiner Begrüßung hatte Heinz H. Noack, Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine, angesichts der finanziell angespannten Lage der Festspiele den Zusammenhalt beschworen. „Man muss nicht alles zerreden“, sagte Noack.

Die Moderation der Veranstaltung hatte sein Vorstandskollege Markus Pfromm übernommen.

Von Karl Schönholtz

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