Maskenbildner machen Dreh möglich

Schauspieler André Eisermann: Schwerer Sturz mit dem Rad in Bad Hersfeld

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Von Karl Schönholtz Bad Hersfeld. Wer dem Schauspieler André Eisermann in dieser Woche bei den Dreharbeiten der Bad Hersfelder Festspiele für die „Hexenjagd" begegnet ist, der hat nichts Ungewöhnliches bemerkt. Doch unter der Maske des Reverend Parris verbargen sich Platz- und Schürfwunden, Risse und Blutergüsse - Folgen eines fürchterlichen Fahrradunfalls vom vergangenen Sonntag.

„Ich bin glücklich, überlebt zu haben“, sagt Eisermann, und das ist im Gegensatz zu seiner Arbeit keine Dramatisierung. Weil er an der Rampe zur Hochbrücken-Unterführung aus Versehen nur mit dem Vorderrad bremste, flog der 48-Jährige über das Vorderrad auf das Mittelpodest und kugelte von dort bis an den Fuß der Treppe - ein Sturz über etwa vier Meter aufs Gesicht.

Mit Schminke erkennt man nichts: Die Maskenbildner haben für den Dreh mit Dieter Wedel ganze Arbeit geleistet.

„Ich muss zur Probe“, war das erste, was er sagte, als er unmittelbar nach dem Unfall von zwei jungen Damen aufgelesen wurde. Damit wurde es freilich nichts, stattdessen ging es im Rettungswagen ins Hersfelder Klinikum. Dort hat man ihn an der Braue genäht, verpflastert, gesäubert und gründlich durchgecheckt. „Das war alles okay, dort war ich gut aufgehoben,“ sagt er und gesteht, dass dann auch vor Erleichterung „mal eine Träne geflossen ist“. „Ich habe richtig Schwein gehabt“, weiß der Schauspieler und denkt dabei an Michael Schumacher, den Ex-Formel 1-Pilot, der beim Skifahren unglücklich fiel und bis heute unter den Folgen seiner schweren Kopfverletzung leidet.

André Eisermann, der ab Mitte Juli auch wieder als Zettel in den „Sommernachts-Träumereien“ zu sehen ist, war dagegen am Montag nach dem Unfall schon wieder bei Proben und Filmaufnahmen - die bösen Verletzungen kunstvoll kaschiert von Nadja und Katharina, zwei vertrauten Maskenbildnerinnen.

„Ich habe nicht einmal Schmerzen“, freut er sich und sagt nachdenklich: „Ich bin Gott sehr dankbar.“ Und noch etwas ist seit Sonntag für ihn gewiss: „Auf dem Fahrrad nie mehr ohne Helm“.

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