Bewährungsstrafe für ehemaligen Wildecker – kein Geständnis

Anderthalb Jahre für Missbrauch der Tochter

Bad Hersfeld. Weil er seine heute 16-jährige Tochter im Zeitraum von 2002 bis 2007 in der elterlichen Wohnung in Wildeck in mindestens 30 Fällen sexuell missbraucht hat, verurteilte das Jugendschöffengericht (Jugendschutzgericht) Bad Hersfeld gestern einen 53 Jahre alten Koch zu einem Jahr und sechs Monaten Freiheitsstrafe.

Die Vollstreckung der Strafe setzte das Gericht unter Vorsitz von Dr. Rolf Schwarz für drei Jahre zur Bewährung aus. Daneben wurde eine Geldauflage von 1800 Euro verhängt, die der Angeklagte an den Kinderschutzbund bezahlen muss.

Staatsanwältin Heike Meeuw-Wilken hatte drei Jahre Gefängnis beantragt. So lautete auch der Antrag von Nebenklage-Vertreter Rechtsanwalt Cord-Hendrik Schröder. Für die Verteidigung hatte Rechtsanwältin Dr. Anna Elena Janke auf Freispruch für ihren mittlerweile in Berlin lebenden Mandanten plädiert.

Das Gericht hielt jedoch den in der Anklageschrift beschriebenen Sachverhalt für bewiesen. Demnach hatte der über lange Zeit arbeitslose Vater die Abwesenheit der als Krankenschwester im Schichtdienst arbeitenden Mutter ausgenutzt, um das Kind zu sich ins Bett zu holen und bis auf den Schlüpfer zu entkleiden. Dabei hat es laut Gericht einen „fließenden Übergang“ von väterlicher Zärtlichkeit zu sexuellen Handlungen gegeben. So küsste der Vater seine Tochter fortwährend und streichelte sie am ganzen Körper – auch in den Tabuzonen.

An der Glaubhaftigkeit der Angaben der 16-Jährigen – auf die sich das Urteil im Wesentlichen stützte – hatte das Gericht keine Zweifel. Auch kleinere Widersprüche hätten diese Überzeugung nicht erschüttern können, betonte Dr. Schwarz.

Der Angeklagte, der die Vorwürfe von Beginn an bestritten hatte, wiederholte in seinem Schlusswort, dass er seine Tochter niemals missbraucht habe. zum Tage Hintergrund

Von Karl Schönholtz

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