Anderthalb Jahre Freiheitsstrafe für Hersfelder Drogendealer

+
21211143

 Bad Hersfeld. Wegen des Handels mit Betäubungsmitteln in neun Fällen verurteilte das Schöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld einen 23 Jahre alten Auszubildenden aus der Kreisstadt zu einem Jahr und sechs Monaten Freiheitsstrafe.

In acht Fällen wurde bei den Drogen-Deals die juristisch bedeutsame „nicht geringe Menge“ überschritten, die einen Verbrechenstatbestand erfüllt.

Für die Dauer von drei Jahren wird der Vollzug der Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Darüber hinaus wurden 50 Stunden gemeinnützige Arbeit verhängt und der Verfall des Geschäftsgewinns auf 10 000 Euro begrenzt.

Der Angeklagte hatte zunächst sein von der Polizei protokolliertes Geständnis widerrufen und schwere Vorwürfe gegen die Vernehmungsbeamten der Hersfelder Kripo erhoben: Man habe ihm mehrfach den verlangten Anwalt verweigert, keinen Telefonanruf zugelassen und ihm bedeutet, dass er nur nach einer geständigen Einlassung wieder auf freien Fuß gesetzt würde.

„Ich stand unter Schock und weiß selber nicht, was ich damals gesagt habe“, beteuerte der junge Mann, der das bei einer Wohnungsdurchsuchung sichergestellte Marihuana lediglich für einen Bekannten aufbewahrt haben wollte. 4300 Euro Drogengeld seien in Wirklichkeit seine Ersparnisse und die seiner Freundin gewesen.

Die Polizei-Schelte erwies sich jedoch als vollkommen haltlos. Nach einem Rechtsgespräch aller Verfahrensbeteiligten ließ der Hersfelder über seinen Verteidiger Harald Ermel schleißkich mitteilen, dass die Anklagevorwürfe von Staatsanwalt Leitschuh zuträfen. Das Geständnis bewahrte den 23-Jährigen, der im Übrigen kein einziges Wort der Reue fand, vorläufig vor einem längeren Aufenthalt hinter Gittern. Allerdings muss er nun auch im Prozess gegen seine Lieferanten die Wahrheit sagen. Von Karl Schönholtz

Kommentare