Kritik nach Unterrichtsausfall: Schulleiter können Lage am besten einschätzen

Amtsleiterin wehrt sich

Hersfeld-Rotenburg. Die Leiterin des Staatlichen Schulamtes in Bebra, Anita Hofmann, weist die Kritik von Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt und Erster Kreisbeigeordneter Elke Künholz an ihrer Dienststelle zurück. Die Vertreter der Kreisspitze hatten das Krisenmanagement im Umgang mit der vom Wetterdienst angekündigten Schneefront als „chaotisch“ bezeichnet - wir berichteten.

20 Schulen hatten am vergangenen Donnerstag, 16. Dezember, den Unterricht für Freitag abgesagt, vielerorts fand der Unterricht am Donnerstag nur bis mittags statt.

Das Staatliche Schulamt und die Entscheidungsträger der Schulen hätten die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes sehr ernst genommen. Ähnlich hätten es offenbar auch die für die Schülerbeförderung beim Landkreis Zuständigen gesehen, da laut einiger Schulleiter auch vom Landratsamt die Anregung gekommen sei, am 16. Dezember die 7. und 8. Stunden wegen der angekündigten Witterungsverhältnisse ausfallen zu lassen.

Anita Hofmann hat nach eigenen Angaben am späten Vormittag des 16. Dezember aufgrund der noch ruhigen Wetterlage entschieden, für die Schulen keine Empfehlung für oder gegen einen flächendeckenden Unterrichtsausfall herauszugeben. Die Schulleiter könnten die örtliche Situation jeweils am besten einschätzen, meint sie. Das habe sie auch der Schulverwaltung mitgeteilt. Über die Informationswege seien die Schulen per Rundschreiben aufgeklärt worden.

Keine Empfehlung

Von dort habe sie die Nachricht bekommen, so erklärt Hofmann weiter, dass der Landrat, der als Ordnungsbehörde auch für die Gefahrenabwehr zuständig sei, ebenfalls keine allgemeine Empfehlung zum Unterrichtsausfall an alle Schulen herausgeben werde. Im Werra-Meißner-Kreis hatte dies der Landrat dagegen getan.

Dass an einer reinen Oberstufenschule und an einer Mittel- oder Grundstufe am selben Ort unterschiedliche Entscheidungen von Schulleitern getroffen wurden, erklärt sich für Hofmann auch aus den für jede Schule zu berücksichtigenden Besonderheiten wie Anzahl und Wohnorte der Kinder, die auf den Schulbusverkehr angewiesen sind.

Dass die Abstimmungs- und Informationswege verbessert werden können, räumte Hofmann ein. (sis)

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