Konzert am Tag der Deutschen Einheit im Bad Hersfelder Bach-Haus

Amends Orgelkunst begeistert

Jens Amend ist international bekannter Organist Foto: Naumann

Bad Hersfeld. Mit seiner Orgelspiel begeisterte Jens Amend am Tag der Deutschen Einheit die Zuhörer an der Orgel im Hersfelder Bach-Haus.

Amend, fachkundiger Interpret barocker Orgelkunst, begann sein Programm mit einem Präludium von Vincent Lübeck, um anschließend zwei der sogenannten Schübler-Choräle vorzustellen, die nach Georg Schübler benannt sind, der sie etwa 1748 verlegte. Bei den Choralbearbeitungen von Bach zeigte er sich als versierter Organist mit Klangsinn und Geschick bei der Registrierung. Sein Gestaltungsvermögen bewies er auch bei den Präludien von Bach-Schüler Johann Ludwig Krebs. In der Pause sprach Pfarrer Karl Josef Gruber bewegende Worte zum Tag der Deutschen Einheit

Ein echter Genuss für Freunde der frühromantischen Orgelmusik war das Offertoire des Franzosen Alexandre Boëly, bevor sich Amend die mächtige 1. Orgelsonate f-Moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy vornahm. Im Adagio bewies er viel Feingefühl für die intime, nach innen gekehrte Ausdruckssphäre. Vortrefflich meisterte er im Recitativo die Schwierigkeiten in der Überlagerung von leisen und lauten Klängen bei den Manualwechseln. In elegant geschwungener Bewegung strömte die Musik im Finale, etwa bei den virtuosen Arpeggien.

Den Abschluss des Konzerts bildete die Salamanca des schweizerischen Konzertorganisten Guy Bovet (geb. 1942). Spanisches Kolorit, eine Art Kastagnettenklang, entstand durch die rhythmische Gestaltung, welche Amend durch leichtes Antupfen des Pedals erzeugte. Das begeisterte Publikum bedankte sich mit lange anhaltendem Applaus für ein besonders gelungenes Konzert.

Von Eva Naumann

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