Schüler lieferten sich einen wortreichen und kreativen Wettstreit im Buchcafé

Ameisen mit Herzschmerz

Ihre Wettkampfdisziplin ist das gesprochene Wort: Jasmin, Lorenz, Teresa, Jacqueline, Isabel, Marvin, Lisa und Kristof (von links) zeigten im vollbesetzten Buchcafé, das man mit eigenen Texten überzeugen kann. Foto: Kaschik

bad hersfeld. Das letzte Wort hatte Marvin. Mit seinem „Slam“ über das Chaos im Ameisenhaufen, der sinngemäß einen Tag im Leben des Schülers reflektierte, entschied er den ersten offiziellen Poetry Slam im Buchcafé für sich.

Denker und Dichter

Insgesamt acht Schülerinnen und Schüler präsentierten am vergangenen Donnerstag selbstgeschriebene Texte. Bis in den Flur standen die Zuhörer, die alle neugierig waren, was Poetry Slam eigentlich ist und was ihre Mitschülerinnen und Mitschüler vorbereitet hatten. Lehrerin Silke Pfannkuch und ihr Kollege Jens Junek warfen zwischen den einzelnen poetischen Vorträgen immer wieder Erklärungen ein, worum es beim „Slammen“ eigentlich geht. „Poetry-Slam lässt sich übersetzen mit Wortgefecht“.

Entstanden ist diese Art des intellektuellen Kampfes im Chicago der 80er Jahre.

„Die Idee hinter der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft war, dass viele gute Texte oft keinen Platz im straffen Lehrplan finden“, erklärte Pfannkuch.

„In einem professionellen Workshop haben wir uns dann vorbereitet und die Texte waren so interessant, dass wir ein abendfüllendes Programm zusammenstellen konnten.“

Das dem Dichten das Denken vorausgeht, kristallisierte sich schon bei den ersten beiden Texten heraus. Das Nachdenken war den Zuhörern selbst überlassen. Überraschend kritisch mit sich selbst und der Gesellschaft gingen die jungen Poeten in ihren Versen auf persönliche und allgemeine Problematiken ein. Das spiegelte sich auch in der Art des Vortragens wider. Ebenso viel Emotion wie sie in ihren Texten über Liebe, Stress, Selbstfindung und Verlust beschrieben, zeigten sie auch auf der Bühne.

Am Ende standen sich das Chaos im Ameisenhaufen und eine Nacht der Erinnerungen gegenüber: Sowohl der Text des späteren Siegers Marvin als auch der seiner Mitschülerin Jacqueline hatten 28 von 30 möglichen Punkten. Das Publikum entschied letztendlich durch Applaus für Marvin und sein Chaos.

Poetik zum Mitmachen

Die Zuhörer und -schauer selbst waren schließlich im Anschluss selbst gefragt und somit endete der erste Poetry-Slam im Buchcafé mit einigen spontanen Beiträgen der Zuhörer. Dies lässt auf mindestens einen zweiten Nachwuchs-Dichter-Wettstreit hoffen.

Von Johanna Kaschik

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