Verdi erhöht den Druck für Tarifverhandlungen – 500 Mitarbeiter zogen durch Bad Hersfeld

Amazonier streiken zwei Tage lang

Versammlung vor der Schilde-Halle: Die Bad Hersfelder Amazonier wollen den Versandhändler zum Einlenken in den zähen Tarifverhandlungen bewegen. Foto: Spanel

Bad Hersfeld. In der Auseinandersetzung um einen Tarifvertrag beim Internet-Versandhändler Amazon macht Verdi nun weiter Druck. Gestern begann die Gewerkschaft einen zweitägigen Streik am größten Versandlager in Bad Hersfeld sowie am Standort Leipzig.

In Bad Hersfeld zogen am Montag nach Gewerkschaftsangaben etwa 700 Amazonier mit Trillerpfeifen und Transparenten von der Schilde-Halle zum Amazon-Werk. Die Demonstration wurde eigens in die Nachmittagsstunden gelegt, um diesmal auch die Arbeiter der Spätschicht in den Streik einzubeziehen.

Mit der Niederlegung der Arbeit an erstmals zwei Tagen hintereinander will die Gewerkschaft eine bessere Bezahlung für die Beschäftigten durchsetzen. Verdi bestreikt das Bad Hersfelder Lager nun zum fünften Mal innerhalb von drei Monaten. „Jetzt wird es endlich Zeit, dass Amazon einlenkt und zur Aufnahme von Verhandlungen bereit ist“, sagt Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Schiederig. „Wir wollen Tarifverhandlungen führen, an deren Ende ganz klar ein Anerkennungstarif stehen muss.“

Persönliche Unterstützung bei den Streiktagen hat auch der Verdi-Bundesvorstand zugesagt. Heute wird der Vorsitzende Frank Bsirske in der Schilde-Halle erwartet, um die streikenden Amazonier zu unterstützen. (esp)

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