Sondierungsgespräche über Tarifvertrag – Gewerkschaft macht in Bad Hersfeld mobil

Amazon will jetzt reden

Protestaktion in Bad Hersfeld: Verdi verteilte Flugblätter an die Mitarbeiter. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. In den festgefahrenen Tarifstreit beim Internet-Großhändler Amazon kommt jetzt offenbar Bewegung. Nach Angaben von Verdi-Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middecke hat Amazon erste Sondierungsgespräche angeboten. „Ich kann bestätigen, dass wir im November ein informelles Gespräch mit Verdi führen werden“, erklärte auch eine Amazon-Sprecherin gegenüber unserer Zeitung.

Gestern informierte Verdi mit Flugblättern die Amazon-Mitarbeiter beim Schichtwechsel vor den beiden Bad Hersfelder Verteilzentren. „Wir wollen klar machen, dass wir es ernst meinen“, sagte Verdi-Sekretär Heiner Reimann am Rande der Aktion. „Wir sind bereit, die Situation zu eskalieren und im äußersten Fall auch Warnstreiks auszurufen.“ Inzwischen seien mehrere hundert Amazon-Mitarbeiter in der Gewerkschaft organisiert. Ein Warnstreik würde also Wirkung zeigen, vor allem im wichtigen Weihnachtsgeschäft. „Das Gespräch mit Verdi ist wichtig, darauf werden wir uns jetzt voll konzentrieren“, sagte deshalb auch Robert L. Marhan, Leiter des Amazon-Logistikzentrums an der Amazonstraße. Seit langem kämpft Verdi mit dem Amazon-Beschäftigten darum, dass der Internetgroßhändler den Einzelhandelstarifvertrag übernimmt. Dies hätte deutliche finanzielle Verbesserungen zur Folge. Bereits Anfang Oktober hatte die Gewerkschaft bei einer SPD-Veranstaltung mit dem Amazon-Manager Armin Cossmann mit Streiks während des Weihnachtsgeschäfts gedroht.

Kurz darauf hatte Amazon Lohnerhöhungen angekündigt. Die Beschäftigten werteten dies als direkte Reaktion auf die Streikdrohung und fühlen sich dadurch in ihrem Protest bestärkt. Zum Tage

Von Kai A. Struthoff

Kommentare