Immer noch rund 4000 offene Stellen für das Weihnachtsgeschäft

Amazon sucht weiter händeringend Arbeiter

Hersfeld-Rotenburg Obwohl es im Landkreis Hersfeld-Rotenburg derzeit über 3000 Arbeitslose und fast 4500 Empfänger von Hartz IV gibt, sucht das Internetkaufhaus Amazon weiter händeringend nach Saisonkräften für das Weihnachtsgeschäft. Rund acht Wochen nach Beginn der neuen Anwerbungskampagne sind nach Angaben von Amazon-Logistikleiter Armin Cossmann noch immer rund 4000 Stellen offen.

„Unser Ziel ist ganz klar, Jobs in der Region zu schaffen“, betont Cossmann, dennoch geht er davon aus, dass Amazon auch in diesem Jahr wieder auf Arbeitskräfte von außen zurückgreifen muss.

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zweifelt die von Amazon genannten Zahlen an. Mit Sicherheit würden nicht alle Kräfte, um die das Internet-Kaufhaus derzeit werbe, auch wirklich eingestellt. Die Firma arbeite dabei auch auf Vorrat.

Dennoch erwartet Sven Jaedicke vom Bad Hersfelder Logistikprojekt, dass Amazon auch in diesem Jahr wieder 800 bis 1300 polnische Saisonaushilfen anwerben wird. Bauchschmerzen bereite der Gewerkschaft nicht nur die geringe Bezahlung, sondern die hohe Zahl von befristeten Arbeitsverhältnissen. Nach Gewerkschaftsangabe haben mehr als zwei Drittel der Amazon-Beschäftigten nur befristete Verträge.

Bei der Suche nach Arbeitskräften arbeitet Amazon auch eng mit der Agentur für Arbeit und der Optionskommune zusammen. „Momentan sind bei uns zwei Arbeitsvermittler für die Betreuung potenzieller Amazon-Mitarbeiter zuständig“, berichtet Agentur-Chef Matthias Oppel. Auch die Vernetzung mit den Agenturen Fulda und Kassel sei nötig.

Im vergangenen Jahr schickte die Optionskommune ab Juli 1788 Frauen und Männer zu Amazon. 1278 erschien zum Einstellungstest. 675 wurden bis zum Jahresende befristet eingestellt, 300 wurden danach ins Team übernommen. In diesem Jahr nahm Amazon.de nur 133 Bewerber. 266 wurden bislang zum Test eingeladen. Zum Tage, LOKALSEITE 2

Von Kurt Hornickel

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