Erneute Arbeitsniederlegung in Bad Hersfeld

Amazon: Streik soll Weihnachtsgeschäft "treffen"

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Arbeitskampf im Weihnachtsgeschäft: Die Gewerkschaft Verdi hat erneut zum Streik in Bad Hersfeld aufgerufen. In der Schilde-Halle trafen sich die Beteiligten. Dort sprach auch Landesfachbereichsleiter Bernhard Schiederig.

Bad Hersfeld. Seit Beginn der Nachtschicht um 0 Uhr am Montag befinden sich die Beschäftigten der beiden Verteilzentren von Amazon in Bad Hersfeld erneut im Streik. Zur Streikversammlung in der Schilde-Halle war auch der Verdi-Landesfachbereichsleiter Bernhard Schiederig gekommen.

In der Auseinandersetzung um einen Tarifvertrag setzt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi darauf, den Druck auf Amazon im Weihnachtsgeschäft zu erhöhen. Am Hersfelder Standort sei das Auftragsvolumen gerade montags stark angestiegen, teilt Verdi mit. Grund dafür seien die Weihnachtsangebote, die Amazon unter dem Titel Cyber Monday gestartet hat. "Wir können Amazon mit dieser Streikaktion empfindlich treffen", so Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. "Im Übrigen erwarten auch die Beschäftigten ein Weihnachtsangebot der Geschäftsführung, und zwar in Form der Bereitschaft, mit uns über einen Tarifvertrag zu verhandeln."

Laut Bernhard Schiederig gebe es immer mehr Unternehmen, die glaubten, ohne Tarifvertrag einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen - dazu gehöre auch Amazon. "Wir wollen diesen Zustand verändern", rief der Gewerkschafter den Streikenden zu. Amazon sei ein klassischer Versandhandel, für den auch der Tarifvertrag des Versandhandels gelten solle. Dabei geht es laut Schiederig nicht nur um die Frage der Vergütung, sondern auch um die Rahmenbedingungen.

Seit 2013 kommt es immer wieder zu Streiks beim Online-Versandhändler Amazon. Bisher weigert sich Amazon, Verhandlungen über einen Tarifvertrag aufzunehmen. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als Logistiker. Weitere Streiks während des Weihnachtsgeschäfts sind wahrscheinlich. (nm)

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