450 Saisonkräfte sind am Silbersee bei Frielendorf untergebracht

Amazon-Mitarbeiter im maroden Ferienpark

Frielendorf/Bad Hersfeld. Alle Häuser des insolventen Ferienparks am Silbersee sind ausgebucht: Und das mitten im Dezember. Zum Teil zu fünft sind insgesamt 450 Saisonarbeitskräfte des Internet-Versandhändlers Amazon in den Gebäuden untergebracht. Etliche von ihnen kommen aus Polen, wo sie von Zeitarbeitsfirmen geworben wurden. Mit Bussen werden sie täglich von Frielendorf ins eine Stunde entfernte Bad Hersfeld gefahren.

Für Urlauber hatte der Ferienpark Silbersee nicht erst seit der jetzt ein Jahr dauernden Insolvenz an Attraktivität eingebüßt. Viele Kommentare in Internetforen, in denen Gäste ihre Urlaubsorte bewerten, legen Zeugnis ab über den teilweise schlechten Zustand der Anlage: Von maroder Bausubstanz, schlechter Ausstattung und mangelnder Hygiene ist die Rede. Die Einquartierung der Saisonkräfte scheint den Verantwortlichen nun wie ein kleines Wunder für den finanziell desolaten Park.

Insolvenzverwalter Dr.  Hans-Jörg Laudenbach ist froh über das unerwartete Geschäft in der Nebensaison. „Das ist eine tolle Geschichte“, sagt Laudenbach, der die Geschicke des Ferienparks seit dessen Zahlungsunfähigkeit leitet. Die vier- bis sechswöchige Unterbringung der Saisonarbeiter sorge für die dringend nötige Liquidität. Mieter der Häuser seien fünf Zeitarbeitsfirmen, die für das weihnachtliche Versandgeschäft in Amazons Hersfelder Logistikzentren das Personal rekrutiert hätten. Noch bis zum 23. Dezember seien die Mitarbeiter in Frielendorf eingemietet, die kommendes Jahr wieder dort untergebracht werden sollen.

Insgesamt hatte Amazon 3000 Saisonarbeiter gesucht. Über deren Konditionen wollten die angefragten Zeitarbeitsfirmen nichts sagen. Von der involvierten Trenkwalder Personaldienste GmbH war nur zu erfahren, dass die in der Zeitarbeit vereinbarten Tarifverträge gelten würden. Diese sehen im Westen einen Stundenlohn von mindestens 7,60 Euro vor. lokalSEITE 6

Von Bastian Ludwig

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