Gas- und Hybridfahrzeuge als Herausforderung für Feuerwehren

Alternative Antriebe: Retter auf Abstand

Hersfeld-Rotenburg. Sie gelten als umweltfreundlich und sparsam: Autos mit alternativen Antrieben wie Hybrid oder Gas. Bei Unfällen oder Defekten stellen sie allerdings eine neue Herausforderung für Feuerwehren dar.

Das Führungspersonal der Feuerwehren im Kreis Hersfeld-Rotenburg wird nach Angaben von Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten auch im Umgang mit Autos mit alternativen Antriebsarten geschult.

Der Einsatzleiter bei Unfällen muss die betroffenen Wagen erkunden und dann den übrigen Rettern entsprechende Anweisungen erteilen. „Erkundung ist das A und O“, sagt Weingarten. Wo sitzt der Gastank, wo der Elektromotor, wo liegen die Batterien, die Gasleitungen und die Kabel? Denn längst seien die Zeiten vorbei, in denen Autos auf gleiche Art konstruiert seien, erläutert Weingarten. Die Zeit, die man für gründliche Erkundung benötige, hole man später „lässig wieder rein“, weil die Retter dann sicher und angemessen handeln könnten.

In den Kabeln der Hybridautos zum Beispiel liege mit 400 Volt „richtig Spannung“. Wenn es da zu einem Kurzschluss bei Rettungsarbeiten komme, könne das für den auslösenden Feuerwehrmann tödlich werden. Wenn man wisse, wo die Kabel liegen, könne man mit der Gefahr besser umgehen.

Eine „relativ sichere Sache“ sei nach Einschätzung des Kreisbrandinspektors ein Motor, der mit Erdgas angetrieben werde. Erdgastanks lägen in der Regel direkt auf der Autoachse. Die Tanks hätten eine Berstsicherheit von mindestens 600 bar. Seines Wissens sei es noch nie zu einer Explosion gekommen. Bei Flüssiggas liege die vom TÜV zugelassene Berstsicherheit bei 40 bar. Die Tanks finde man häufig in den Mulden für Reserveräder. Beide Gasarten unterscheiden sich auch bei Austritt aus den Tanks. Die Feuerwehr weiß das und kann reagieren.  Hintergrund

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Von Silke Schäfer-Marg

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