Alter Streit und ein neuer „Look“

Elke Hesse Foto: Lukas Beck

Haben Sie sich vielleicht auch gewundert, warum im Restaurant „Konrads“ im wortreich in der vergangenen Woche „geschlossene Gesellschaft“ war? Die Antwort ist einfach und erfreulich. Der Buchgroßhändler „Libri“ hatte seine Mitarbeiter aus ganz Deutschland nach Bad Hersfeld eingeladen, um im wortreich zu tagen. Das „Konrads“ wurde in dieser Zeit zur „Betriebskantine“ der Buchhändler. Eine schöne Werbung für unsere Stadt und die Gastronomie der Familie Bücking.

Kurzfristig abgesagt wurde am vergangenen Dienstag eine Pressekonferenz zum Projekt „Nachtkirche“, das Festspielintendant Holk Freytag gemeinsam mit der evangelischen Kirche plant. In der Stadtkirche wird am 5. Juli der Dresdner Kreuzchor mit dem Schriftsteller Adolf Muschg und Ensemblemitgliedern der Bad Hersfelder Festspiele ein Fest der Demokratie veranstalten. Eine hochkarätige Veranstaltung, die aber auch polarisiert – denn immerhin wirft Holk Freytag mal wieder dem Arbeitskreis für Musik den Fehdehandschuh im leidigen Streit um Konzerte in der Festspielzeit hin. Offenbar hatten deshalb auch die Stadtoberen noch Diskussionsbedarf. Inzwischen gibt es aber einen neuen Termin für die Pressekonferenz am kommenden Dienstag.

Erfreuliche Nachrichten kommen unterdessen aus Wien von unserer Ex-Intendantin Elke Hesse. Sie ist ja inzwischen Direktorin des Konzertsaals der Wiener Sängerknaben und bietet dort in der Saison 2013/14 insgesamt 140 Veranstaltungen an. Seit der Eröffnung des Hauses im Augarten vor knapp fünf Monaten konnte sie dort schon 14 500 Besucher begrüßen. Aber nicht nur angesichts einer Auslastung von 65 Prozent sei das Musiktheater inzwischen zu einem „Qualitätsmerkmal“ in Wien geworden, melden die österreichischen Nachrichtenagenturen. Das wird sicher auch die vielen Hersfelder Fans der sympathischen Elke Hesse freuen, die sich übrigens mal wieder in einem neuen „Look“ präsentiert, wie das kleine Foto zeigt.

Apropos neuer „Look“: Den werden die Bad Hersfelder Stadtbusse wohl auch nach dem 15. Dezember nicht haben. Die grüne Farbe ist in der Ausschreibung festgelegt. Das Rennen bei dem europaweiten Vergabeverfahren hat die Firma Käberich aus Niederaula gemacht. Offiziell bestätigen wollte dies niemand, denn hinter den Kulissen wird heftig gefochten. Der Platzhirsch in kommunaler Hand, die Fuldaer ÜWAG Bus, will den Verlust an den Mittelständler nicht hinnehmen und hat Widerspruch eingelegt.

Im Zusammenhang mit der Ausschreibung erreichten uns Hinweise, Käberich habe als Vorbereitung die Arbeitsverträge zum Nachteil seiner Fahrer verändert. Neue Verträge hat es nach unseren Recherchen tatsächlich gegeben. Die orientieren sich aber in weiten Teilen am Tarifvertrag, den der Betreiber laut Ausschreibung auch befolgen muss – ob er es wirklich tut, ist für Außenstehende freilich schwer zu prüfen. In Niederaula ist wiederum von massivem Störfeuer aus Fulda die Rede. So oder so: Die derzeitige Ausschreibungspraxis ist insbesondere für die Fahrer belastend – müssen sie doch in regelmäßigen Intervallen um ihren Arbeitsplatz bangen. Immerhin: Ein Übernahmeangebot soll es für die ÜWAG-Fahrer bereits geben.

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