Bei dem 1,5 Millionen-Euro-Projekt kommt es auch auf Details an

Alter vor Schönheit: Umbau des Dekanatsgebäudes schreitet voran

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Freuen sich über den Fortschritt beim Umbau des Dekanatsgebäudes: Pfarrer Frank Nico Jaeger, Dekan Dr. Frank Hofmann, Architekt Frank Dorbritz und Bauleiter Christian Langer (von links). Die Zeichnung zeigt eine mögliche Version der neuen Außenansicht.

Bad Hersfeld. Hand in Hand, innen wie außen und oben wie unten, wird im Dekanatsgebäude gegenüber der evangelischen Stadtkirche in Bad Hersfeld gearbeitet. Mitte August ist mit der umfangreichen Sanierung begonnen worden, nachdem das historische Objekt aus dem Jahre 1714 etwa zwei Jahre leergestanden hatte (wir berichteten).

Die ersten Überlegungen zur Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes gab es schon 2012. Doch schnell wurde klar: Mit ein paar kleinen Schönheitsreparaturen ist es nicht getan. Zu groß waren die Schäden, die sich bei genauerer Betrachtung des zweigeteilten Gebäudes zeigten. Ende 2014 wurde schließlich der Bauantrag eingereicht.

Bei dem mit den Denkmalschutzbehörden abgestimmten und umfangreichen Umbau muss und soll so viel wie möglich von der bestehenden Substanz erhalten werden. „Authentizität vor Schönheit“, sagt Bauleiter Christian Langer vom Architekturbüro Dorbritz lachend. Unter anderem werden marode Holzbalken nicht komplett ausgetauscht, sondern ergänzt oder stabilisiert, es werden Lehmziegel verwendet und wo alte Schnitzereien weichen müssen, werde neue in Handarbeit erstellt. Solche Wiederherstellungen sind laut Langer aufwändiger und langwieriger als Neubauten.

Frank Dorbritz mit einem Holzbalken inklusive handgefertigter Schnitzereien.

Ein Durchgang vom Gemeindehaus sowie eine neue Tür auf der Gartenseite sollen den ebenerdigen Zugang zum Dekanatsgebäude ermöglichen, das bisher nur über acht Stufen zu betreten war.

Bis Ende dieses Jahres soll das Dach geschlossen sein, Anfang 2016 sollen dann die Fenster eingebaut werden. Mit den Putzarbeiten müsse man warten, bis es die Witterung zulässt. Währenddessen könnten jedoch bereits Installationsarbeiten erfolgen. Die Fertigstellung ist für Oktober 2016 geplant, und alle sind zuversichtlich, diesen Termin auch einhalten zu können. „Wir liegen voll im Kosten- und Zeitplan“, freut sich Stadtkirchenpfarrer Frank Nico Jaeger. Regelmäßig treffen sich alle am Bau Beteiligten, um sich auszutauschen und bei möglichen Problemen nach Lösungen zu suchen.

Als Mieter in das Objekt einziehen wird das Kirchenkreisamt, das aktuell an der Frankfurter Straße zur Miete untergebracht ist. Auch das Gemeindeamt und möglicherweise das Dekanat werden dort Büros beziehen. „Diese Nähe ist auch inhaltlich sinnvoll“, sagt Dekan Dr. Frank Hofmann. Eine Dienstwohnung wird es nicht mehr geben.

Die Investitionssumme beträgt laut Jaeger 1,5 Millionen Euro, wobei die Kirchengemeinde über ein Darlehen die Hauptlast trägt. Selbiges wird durch die Mieteinnahmen finanziert. Zuschüsse gibt es unter anderem von der Landeskirche und dem Landesamt für Denkmalschutz sowie aus diversen anderen Fördertöpfen. Konkrete Summen konnten Jaeger und Hofmann noch nicht nennen.

Von Nadine Maaz

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