Am Dienstag ist Richtfest für die kernsanierte Sparkassenfiliale am Lullusbrunnen

Alter Rahmen, neues Haus

Ganz neu und doch ähnlich: An der Form und Lage der Sparkassenfiliale hat sich nicht verändert, dennoch ist die neue Fassade viel transparenter und lichtdurchfluteter. Der Eingangbereich ist durch den teilweisen Rückbau großzügiger und einladender. Entwurf: Büro Beier

Bad Hersfeld. Im Spitzgiebel der Sparkassenfiliale in der Klausstraße pfeift der Wind durch die offen Dachsparren. Bauplanen schlagen knatternd gegen Gerüststangen. So klein, wie von hier oben, hat man Lullus auf seinem Sockel noch nie gesehen. Weit geht der Blick über die Dächer von Bad Hersfeld.

Aus dem entkernten Gebäude dringt Baulärm empor. Eine Flex frisst sich kreischend durch Dämmmaterial. Ein Arbeiter der Firma Räuber löst mit dem Stemmeisen Deckenverschalungen. Von der alten Sparkassenfiliale mit ihrem spröden Charme der 1970er Jahre ist nichts mehr übrig. Vor allem der Brandschutz, die Fluchtwege, aber auch die energetische Ausstattung waren längst nicht mehr zeitgemäß.

Alles muss raus

Bis auf das Stahlbetonskelett wurde das Gebäude in der vergangenen Monaten entkernt. Eine mühsame Arbeit mitten im verwinkelten Stadtkern von Bad Hersfeld. Die Decke im ersten Stock wurde teilweise geöffnet, um Platz für eine Galerie zu schaffen. Künftig soll eine Freifläche beide Geschosse verbinden. „Das war ein sehr aufwändiger Eingriff“, sagt Bauleiter Uwe Karnagel und erläutert die Anordnung der eigens eingezogenen neuen Stützpfeiler, die später die transparente, neue Fassade stützen werden.

Der Entwurf für das Gebäude stammt von Katharina Beier-Seelig. Die junge Architektin vom Büro Beier auf dem Petersberg ist mit den Bauplänen vor Ort und erklärt Sparkassen-Vorstandschef Reinhard Faulstich und Orga-Leiter Jens Hansen den Fortschritt der Arbeiten. In den vergangenen Monaten wurde ein zweites Treppenhaus eingebaut und Platz für einen großen Fahrstuhlschacht geschaffen, in dem künftig auch Kinderwagen zur Arztpraxis von Dr. Witte ins Obergschoss des Gebäudes fahren können. Meist kamen dabei heimische Firmen zum Einsatz.

„Die Herausforderung war, dem lagen, schmalen Baukörper mit dem Eingang an der Schmalseite einen offenen und großzügigen Charakter zu geben“, erklärt Beier-Seelig. Dazu werden auch Teile der Fassade rückgebaut, um den Eingang großzügiger zu gestalten. Später soll dort auch ein offenes WLAN das Surfen ermöglichen.

„Bei allen Überlegungen steht der Mensch im Mittelpunkt – der Kunde wie die Mitarbeiter“, erklärt Reinhard Faulstich das Konzept der neuen Filiale. Sie soll alle technischen Anforderungen an eine moderne, längst auch digitale Bank erfüllen. „Uns kann man auf vielen Wegen erreichen“, sagt Faulstich und meint damit neben dem Telefon, auch Internet, Apps, Facebook oder Webcams.

High-Tech im Inneren

„Viele dieser technischen Details sieht man nicht“, sagt Jens Hansen von der Sparkassen-Organisationabteilung. Ab Mai beginnt nämlich der Innenausbau, dann werden Kabel und Leitungen verlegt, um die Filiale an das weltweite Datennetz anzuschließen.

Bis dahin ist aber noch eine Weile Zeit. Im Spätsommer soll die neue Filiale eröffnen. Am Dienstag ist erstmal Richtfest und dabei werden dann auch die Gäste den unverbauten Ausblick über die Dächer von Bad Hersfeld genießen können.

Von Kai A. Struthoff

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